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UNICEF: Kindersterblichkeit weiter gesunken - Erfüllung von Milleniumsziel aber noch in weiter Ferne

Agence France-Presse - September 12, 2008


Köln/Genf, 12. September (AFP) - Die Kindersterblichkeit ist nach Angaben von UNICEF weltweit weiter gesunken. Seien 1990 noch 12,7 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag gestorben, seien es im vergangenen Jahr noch 9,2 Millionen gewesen, teilte das Kinderhilfswerk am Freitag mit. "Die neuen Zahlen bestätigen einen positiven Trend. Doch es bleibt viel zu tun", sagte UNICEF-Chefin Ann Veneman. In ihren Milleniumszielen hatten die Vereinten Nationen unter anderem anvisiert, die Kindersterblichkeit zwischen 1990 und 2015 um zwei Drittel zu senken. Ende des Monats befasst sich die UN-Vollversammlung mit dem Stand der Umsetzung.

Die Sterblichkeitsrate bei Kindern unter fünf Jahren ging laut UNICEF weltweit von 93 pro 1000 Geburten im Jahr 1990 auf 63 pro 1000 Geburten im Jahr 2007 - und damit um 27 Prozent - zurück. Am höchsten liegt demnach die Rate in West- und Mittelafrika: Dort kamen 2007 durchschnittlich 169 Todesfälle auf 1000 Geburten. In den Industrieländern lag die Rate zuletzt bei sieben Todesfällen pro 1000 Geburten, in Deutschland bei vier. Die ärmsten Bevölkerungsgruppen in den Entwicklungsländern litten besonders unter den weltweit steigenden Lebensmittelpreisen, den Folgen des Klimawandels, Naturkatastrophen, Aids sowie unter Konflikten und Wirtschaftskrisen, betonte UNICEF.

Große Fortschritte im Kampf gegen Kindersterblichkeit wurden demnach unter anderem in Bangladesch, Bolivien und Nepal erzielt, wo die Rate seit 1990 um etwa die Hälfte sank. Einige afrikanische Länder wie Malawi, Mosambik, Niger und Äthiopien hätten immerhin einen Rückgang der Kindersterblichkeit um rund 40 Prozent verzeichnet. Im westafrikanischen Sierra Leone hingegen erlebe ebenso wie im Niger gut jedes vierte Kind seinen fünften Geburtstag nicht mehr.

Mangelernährung ist laut UNICEF nach wie vor eine der Hauptursachen dafür, dass Kinder sterben. In den Entwicklungsländern seien rund 148 Millionen Kinder mangelernährt. Die Versorgung von Frauen und Kindern mit ausreichender und guter Nahrung müsse daher dringend verbessert werden, forderte das Hilfswerk.

"Ermutigende Fortschritte" sieht UNICEF-Chefin Veneman hingegen bei der gesundheitlichen Grundversorgung in den Entwicklungsländern. So hätten sich der Impfschutz gegen Masern, der Schutz vor Malaria und die Behandlung von HIV und Aids verbessert. Um die Kindersterblichkeit in den am schwersten betroffenen Regionen weiter zu bekämpfen, hat das Kinderhilfswerk ein "Überlebenspaket" zur medizinischen Grundversorgung von Kindern und Müttern entwickelt. Mit seiner Hilfe werden unter anderem in Sierra Leone und in Niger Hebammen mit Geräten und Hygieneartikeln ausgestattet, Impfstoffe, Medikamente sowie Moskitonetze beschafft und Frauen zu freiwilligen Gesundheitshelfern ausgebildet. Diese informieren in ihren Dörfern über Hygiene und richtige Ernährung.

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