
London, 24. Juli (AFP) - Die seit 1996 eingesetzte Kombinationstherapie zur Behandlung von Aids-Patienten verlängert die Lebenserwartung spürbar - und zwar nach derzeitigem Erkenntnisstand um durchschnittlich 13 Jahre. Dies geht aus einer Vergleichsstudie mit Daten von 33.000 Patienten hervor, die in der jüngsten Ausgabe des Fachblatts "The Lancet " veröffentlicht wird. Die Lebenserwartung stieg demnach im Schnitt von 36,1 auf 49,4 Jahre. Mit antiretroviralen Medikamenten kann die Immunschwächekrankheit seit 1996 deutlich effizienter als zuvor behandelt werden. Allerdings können sie die Aids-Krankheit nur lindern, nicht überwinden.
Für die nun veröffentlichte Überblicksstudie wurden von einem Team unter der Leitung von Robert Hogg von der Simon-Fraser-Universität in Vancouver 14 Einzelstudien aus Europa, Kanada und den USA ausgewertet. Im Zeitraum von 1996 bis 2005 starben insgesamt 2056 Patienten. Allerdings sank die Sterblichkeitsrate im Untersuchungszeitraum um 40 Prozent.
Die HIV-Infektion habe durch die medizinischen Fortschritte den Status einer "tödlichen Krankheit" verloren und trete nun als eine "langfristige chronische" Erkrankung in Erscheinung, heißt es in "The Lancet". Je früher die Behandlung einsetze, umso höher werde die Lebenserwartung sein. Allerdings reiche die Lebenserwartung von Aids-Patienten noch bei weitem nicht an die der Bevölkerung im allgemeinen heran. Das liegt unter anderem daran, dass der Anteil der Konsumenten harter Drogen unter Aids-Patienten hoch ist.
Seit dem Bekanntwerden der Aids-Epidemie Anfang der 80er Jahre fielen der Krankheit weltweit rund 25 Millionen Menschen zum Opfer. Derzeit gibt es 33 Millionen HIV-Positive, davon zwei Drittel in Afrika südlich der Sahara. Eine kürzlich veröffentlichte Studie hatte gezeigt, dass das Risiko einer HIV-Infektion bei den Afrikanern unter anderem aufgrund einer genetischen Disposition höher liegt als bei anderen Bevölkerungsgruppen. Das sogenannte DARC-Gen, das gegen Malaria schützt, erhöht demnach das Risiko einer HIV-Infektion.
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