
Toyako, 9. Juli (AFP) - Das Kinderhilfswerk World Vision Deutschland hat eine zwiespältige Bilanz des Gipfels der acht führenden Industriestaaten in Japan gezogen. Die Gipfelbeschlüsse zeigten, dass es die Verhandlungspartner perfekt beherrschten, "klare Versprechen jedes Jahr weiter aufzuweichen", erklärte am Mittwoch Marwin Meier, Experte für Gesundheitsthemen und HIV-Aids bei der christlichen Hilfsorganisation.
So sei 2005 auf dem G-8-Gipfel im schottischen Gleneagles der universelle Zugang zu HIV-Aids zugesagt worden. 2007 seien dann in Heiligendamm zwar 60 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt worden, aber dieses Geld sollte zusätzlich für die Behandlung der Armutskrankheiten Tuberkulose und Malaria, sowie zur Stärkung der Gesundheitssysteme reichen. In der Erklärung des jetzigen G-8-Gipfels müsse dieselbe Summe inzwischen die Bekämpfung aller Infektionskrankheiten und die Stärkung der Gesundheitssysteme finanzieren, kritisierte Meier. Damit werde gerade einmal die Hälfte des finanziellen Bedarfs zur Bekämpfung der Armutskrankheiten zur Verfügung gestellt. Allein für die Bekämpfung von HIV und Aids würden 65 Milliarden Dollar bis 2010 benötigt.
In Bezug auf die Nahrungsmittelkrise steht nach Meiers Worten zwar kein frisches Geld zur Verfügung, trotzdem seien die zehn Milliarden Dollar Hilfe ein "erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung". Dieses Geld müsse "schnell, das heißt sofort" für die Unterstützung der ärmsten Menschen der Welt zur Verfügung gestellt werden. Besonders Babys und Kleinkinder bräuchten hochwertige Nahrung, fügte Meier hinzu. Er verwies darauf, dass derzeit in den armen Ländern 170 Millionen Kinder an Hunger und Unterernährung leiden und jede Minute 20 Kinder sterben.
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