
Genf/Berlin, 17. März (AFP) - Weltweit bleibt mehr als jeder dritte Fall von Tuberkulose nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unerkannt. Der jahrelange Aufwärtstrend bei der Erkennung der Neuerkrankungen habe sich in vielen Ländern verlangsamt, stagniere in einigen afrikanischen Ländern sogar, sagte WHO-Generaldirektorin Margaret Chan am Montag vor Journalisten in Genf. Die WHO schätzt, dass nur 61 Prozent der Fälle weltweit überhaupt erkannt werden. 2006 wurden demnach 9,2 Millionen neue Tuberkulose-Fälle dokumentiert.
Unter den 1,7 Millionen Tuberkulose-Toten seien auch 200.000 HIV-Infizierte gewesen, teilte die WHO mit. Ihre Zahl sei auch bei den neuen Tuberkulose-Fällen signifikant: So wurden im Jahr 2006 unter den Neuerkrankten 700.000 HIV-Infizierte registriert. Dies zeige die enge Verbindung, sagte ein Sprecher. Nach seinen Angaben ist Tuberkulose bei HIV-Infizierten die häufigste Todesursache. Auch die Zunahme der Antibiotika-Resistenzen bei den Erregern der Tuberkulose ist demnach besorgniserregend. Etwa 500.000 Krankheitsfälle mit multiresistenten Erregern traten 2006 nach WHO-Schätzung auf.
Tuberkulose ist die am häufigsten zum Tode führende behandelbare Infektionskrankheit. Einem Bericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge erkrankten daran im Jahr 2006 in Deutschland 5402 Menschen, 201 Menschen starben daran. Zwar sei dies ein rückläufiger Trend, erklärte RKI-Präsident Jörg Hacker am Montag. "Aber wegen der Schwere der Erkrankung und angesichts der internationalen Situation muss die Tuberkulose weiterhin einen hohen Stellenwert in Medizin und Gesundheitsdienst haben", erklärte er anlässlich des Welttuberkulosetages am 24. März.
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