
Chicago, 12. März (AFP) - Jeder vierte weibliche Teenager in den USA leidet nach Einschätzung einer US-Gesundheitsbehörde an einer Geschlechtskrankheit. Das ergab eine Studie unter 838 jungen Frauen im Alter von 14 bis 19 Jahren, die das US-Zentrum zur Krankheitskontrolle und Vorbeugung (CDC) am Dienstag (Ortszeit) veröffentlichte. Demnach sind schätzungsweise mindestens 3,2 Millionen US-Teenager von einer sexuell übertragbaren Krankheit betroffen. Am häufigsten traten unter den Studienteilnehmerinnen den Angaben zufolge Papilloma-Viren auf, die Gebärmutterhalskrebs auslösen können.
Da die Untersuchung nur die Verbreitung der vier am häufigsten auftretenden Krankheiten berücksichtigte, sei die tatsächliche Zahl der Erkrankten vermutlich noch viel höher, warnten die Autoren der Studie. Den Untersuchungsergebnissen zufolge steigt die Infektionsrate mit der Zahl der Sexualpartner. Während bei jeder zweiten jungen Frau mit drei oder mehr Partnern eine Geschlechtskrankheit diagnostiziert wurde, waren nur 20 Prozent der Frauen mit einem Sexualpartner betroffen. Laut Studie waren 15 Prozent der betroffenen Teenager sogar mit einer zweiten Geschlechtskrankheit infiziert.
Ein höheres Risiko bestehe vor allem für afroamerikanische junge Frauen, hieß es. Sie leiden den Untersuchungsergebnissen zufolge wesentlich häufiger an Geschlechtskrankheiten als weiße. Während jede fünfte Weiße infiziert ist, sind fast die Hälfte aller Schwarzen betroffen.
Am häufigsten diagnostizierten die Forscher den Angaben zufolge Papilloma-Viren, die entweder von selbst verschwinden oder Gebärmutterhalskrebs auslösen können. Sie traten bei fast jeder fünften Studienteilnehmerin auf (18,3 Prozent). Knapp vier Prozent der Jugendlichen litten an Chlamydien - Bakterien, die Schleimhauterkrankungen verursachen. Auch Trichomoniasis (2,5 Prozent) und Genitalherpes (1,9 Prozent) wurden entdeckt.
Millionen junger Frauen drohten durch Geschlechtskrankheiten "besonders schwere gesundheitliche Folgen", warnte Kevin Fenton, der am CDC die Abteilung zur Prävention von Hepatitis, HIV, Geschlechtskrankheiten und Tuberkulose leitet. Einige Krankheiten führten neben Krebs auch zu Unfruchtbarkeit. CDC forderte deshalb eine Impfung gegen Papilloma-Viren für alle Mädchen und Frauen im Alter von 11 bis 26 Jahren sowie ein Chlamydien-Vorsorgeuntersuchungen für sexuell aktive Frauen unter 25.
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