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Schwerkranker inhaftierter Yukos-Manager darf nicht ins Krankenhaus - Fall Alexanjan erregte weltweit Aufsehen

Agence France-Presse - Februar 1, 2008


Moskau, 1. Februar (AFP) - Im Fall des an Aids und Krebs erkrankten inhaftierten Ex-Vizepräsidenten des russischen Ölkonzerns Yukos, Wassili Alexanjan, hat ein Moskauer Gericht die Verlegung in eine Klinik abgelehnt. Es bestehe keine Notwendigkeit für eine Verlegung ins Krankenhaus, sagte Richterin Irina Oreschkina am Freitag bei der Anhörung. Deshalb werde der Antrag der Verteidigung abgelehnt. Alexanjan, der blass aussah, beteuerte nach der Sitzung seine Unschuld: "Es gab kein Verbrechen - das war alles erfunden", sagte er und warf dem Gericht Missbrauch des Justizsystems vor. Alexanjans Anwältin Jelena Lwowa reagierte erbost: "Der Staat schießt mit schwerem Geschütz auf einen todkranken Menschen", sagte sie.

Alexanjan sitzt wegen Unterschlagung in einem Moskauer Gefängnis und leidet dort nach Angaben seiner Unterstützer unter schlechter medizinischer Versorgung. Sein Fall hat weltweit für Aufsehen gesorgt. Der frühere Yukos-Magnat, der ebenfalls in Haft sitzende Michail Chodorkowski, trat jüngst aus Solidarität mit Alexanjan in den Hungerstreik. Chodorkowski wirft den russischen Behörden vor, Alexanjan nicht zu behandeln, um ihn selbst zu einem Geständnis zu zwingen: "Ich bin mit einer unmöglichen moralischen Entscheidung konfrontiert: Verbrechen zu gestehen, die niemals passiert sind, um damit das Leben eines Menschen zu retten - oder aber das Leben unschuldiger Menschen zu zerstören, die man für meine Mittäter halten würde."

Der Yukos-Konzern war nach einem Streit um Steuerzahlungen 2005 faktisch zerschlagen und 2006 einem Konkursverwalter unterstellt worden. Chodorkowski wurde bereits 2003 wegen Betrugs und Steuerhinterziehung verhaftet und 2005 zur acht Jahren Haft verurteilt, die er in einem sibirischen Gefängnis absitzt. Beobachter vermuten hinter der Verurteilung Chodorkowskis politische Motive.

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