agence france-presse
click here to return to agence france-presse main menu
DonateNow




Gaddafi-Sohn enthüllt Rüstungsabkommen mit Frankreich - Waffenlieferung und Freilassung von Bulgaren in Zusammenhang

Agence France-Presse - August 1, 2007


Paris, 1. August (AFP) - Ein großes Rüstungsabkommen mit Frankreich und die Auslieferung eines früheren libyschen Agenten aus Großbritannien haben nach libyschen Angaben zur Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern geführt. Der umstrittene Atomreaktor, den Frankreich in das nordafrikanische Land liefern wolle, sei gar nicht wesentlich, sagte der libysche Präsidentensohn Seif el Islam Gaddafi der französischen Tageszeitung "Le Monde" vom Donnerstag. Das Kernstück der Vereinbarungen zwischen Paris und Tripolis sei eine "militärische Angelegenheit". Zum einen gehe es "natürlich" um gemeinsame Militärübungen. "Dann werden wir von Frankreich Panzerabwehrraketen vom Typ Milan kaufen, im Wert von 100 Millionen Euro, glaube ich."

Außerdem gebe es ein "Projekt zur Waffenherstellung", sagte der Leiter der Gaddafi-Stiftung, die bei den Verhandlungen über die Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern vermittelt hatte. "Wissen Sie, dass es das erste Mal ist, dass ein westliches Land Libyen Waffen liefert?" Zwar habe die Europäische Union das Ausfuhrverbot von Rüstungsgütern in die arabische Republik 2004 aufgehoben. Aber auch danach habe noch ein "unausgesprochenes Embargo" gegen Libyen bestanden, sagte der 35-jährige Gaddafi.

"Vor allem die Deutschen hatten Vorbehalte." Mit Frankreich dagegen sei sein Land schon lange in Verhandlungen. "Wir haben (dem französischen Präsidenten Nicolas) Sarkozy gesagt, dass er die Sache beschleunigen soll." Jetzt wo die bulgarischen Krankenschwestern und der Arzt frei seien, stünden "goldene Möglichkeiten" bevor.

Eine wichtige Rolle habe bei den Verhandlungen auch das Schicksal eines früheren Geheimdienstagenten gespielt, der in britischer Gefangenschaft sitzt, sagte Gaddafi. Ali Mohmed el Megrahi wurde 1988 inhaftiert, weil er an dem tödlichen Anschlag auf ein US-Flugzeug über dem schottischen Lockerbie beteiligt war. Libyen werde bald ein Auslieferungsabkommen mit Großbritannien für den früheren Agenten haben, kündigte der Sohn des Staatschefs an.

Im Übrigen habe er an die Unschuld der Bulgaren geglaubt, "sie haben leider als Sündenböcke herhalten müssen". Libyen hatte die fünf Krankenschwestern und einen Arzt acht Jahre lang gefangen gehalten, weil sie libyschen Kindern absichtlich HIV-verseuchte Blutkonserven gegeben haben sollen. Die Bulgaren hatten dagegen erklärt, dass die Kinder sich deshalb mit dem Aids-Virus ansteckten, weil die hygenischen Bedingungen in dem libyschen Krankenhaus so katastrophal gewesen seien. Nach Angaben der Gaddafi-Stiftung bekam jede der rund 430 betroffenen libyschen Familien eine Million Dollar (730.000 Euro) Entschädigung gezahlt.

Gaddafi hatte die Zeitung um das Gespräch gebeten, um "ein paar Dinge klarzustellen", wie es in dem Interview hieß. Libyen habe keinen Pfennig an die Opferfamilien gezahlt, betonte der Stiftungsvorsitzende. "Ich kann nur sagen, dass Frankreich das klargemacht hat." Wie Frankreich das Geld organisiert habe, wisse er nicht. Ob Katar beteiligt war, wie es immer wieder geheißen hatte, sagte Gaddafi nicht. "Wir haben keine Fragen gestellt." Libyen habe jedenfalls "einen guten Deal" gemacht.

070801
AF070801_DE


© Agence France-Presse 2007. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt.   http://www.afp.com/

AEGiS is a 501(c)3, not-for-profit, tax-exempt, educational corporation. AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, Bridgestone/Firestone Charitable Trust, Bristol-Myers Squibb Company, Elton John AIDS Foundation, John M. Lloyd Foundation, the National Library of Medicine, Roche and Trimeris, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2007. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.

AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All information contained on this website, including information relating to health conditions, products, and treatments, is for informational purposes only. It is not meant to be a substitute for the advice provided by your own physician or other medical professionals. Always discuss treatment options with a doctor who specializes in treating HIV.

Copyright ©1980, 2007. AEGiS. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.