
Berlin, 8. Juni (AFP) - Auf ihrem Gipfel in Heiligendamm haben sich die G-8-Staaten auf ein Hilfsprogramm für Afrika in Höhe von 60 Milliarden Dollar (rund 44 Milliarden Euro) zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten wie Aids, Malaria und Tuberkulose verständigt. Den drei großen "Killern" fallen weltweit jährlich rund sechs Millionen Menschen zum Opfer, Tendenz steigend. Vor allem arme Entwicklungsländer sind davon betroffen.
AIDS:
Das HI-Virus zerstört einen Teil der menschlichen Immunzellen und macht die Betroffenen für andere Erreger anfällig. Derzeit sind rund 40 Millionen Menschen infiziert, allein im vergangenen Jahr starben etwa drei Millionen Menschen. Fast zwei Drittel aller HIV-Positiven leben südlich der Sahara in Afrika. Sexuelle Ausbeutung, Missbrauch und Menschenhandel führen dazu, dass die Infektionsrate bei Frauen doppelt so hoch ist wie bei Männern. Besonders junge Frauen und Mädchen sind gefährdet. Nach wie vor ist Aids nicht heilbar, mit Hilfe neuer Medikamente lässt sich das Leben Erkrankter aber um Jahre bis Jahrzehnte verlängern.
MALARIA:
An dieser durch Stechmücken übertragenen Krankheit sterben täglich rund 3000 Kinder, die meisten in Afrika. Jährlich gibt es bis zu drei Millionen Malaria-Tote. Rund 500 Millionen Menschen erkranken jedes Jahr, 3,2 Milliarden Menschen sind weltweit bedroht. Die größten Risikogruppen sind Schwangere und Kinder unter fünf Jahren. Doch Malaria kann verhindert und behandelt werden. Die sachgemäße Nutzung von mit Insektiziden behandelten Moskitonetzen kann die Sterblichkeitsrate um etwa ein Fünftel senken. Durch die Bereitstellung wirksamer Malariamedikamente könnte der Tod von Millionen Menschen vermieden werden.
TUBERKULOSE:
Die durch Husten übertragenen Tuberkulosebakterien lösen schwere Lungenentzündungen aus. Jährlich erkranken weltweit acht bis neun Millionen Menschen an Tuberkulose, fast zwei Millionen Menschen sterben. Den meisten von ihnen könnte durch Antibiotika geholfen werden. Besorgnis erregend ist die zunehmende Widerstandsfähigkeit der Krankheitserreger gegen antibakterielle Medikamente. Das HI-Virus leistet der Tuberkulose-Erkrankung Vorschub. In einigen Ländern Afrikas ist Tuberkulose für jeden zweiten Aids-Toten verantwortlich.
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