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Aids-Patienten in armen Ländern sollen billigere Pillen erhalten - Clinton stellt Abkommen für 66 Entwicklungsländer vor

Agence France-Presse - Mai 8, 2007


New York, 8. Mai (AFP) - Millionen von Aids-Patienten in 66 armen Ländern sollen künftig Zugang zu deutlich billigeren Medikamenten haben. Die Medikamentenhersteller Cipla und Matrix hätten sich bereit erklärt, ihre Preise für die so genannten antiretroviralen Medikamente der zweiten Generation um 25 bis 50 Prozent zu senken, sagte am Dienstag der frühere US-Präsident Bill Clinton, dessen Stiftung bei den Verhandlungen vermittelt hatte. Diese Arzneien werden von jenen Aids-Kranken benötigt, die gegen herkömmliche HIV-Medikamente resistent sind. Die Preise für diese Wirkstoffe der zweiten Generation übersteigen die der herkömmlichen Mittel bislang um etwa das Zehnfache.

Laut Clinton sind in den armen Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas rund sieben Millionen Menschen auf diese Medikamente angewiesen. "Wegen der hohen Kosten für ihre Gesundheitsbudgets fürchten viele Länder, dass sie mit der Entwicklung der Behandlungsmethoden nicht Schritt halten können", sagte Clinton. Die Abmachung mit den Herstellern solle den Betroffenen eine lebenslange, wirkungsvollere Behandlung sichern. Ab Juli wolle seine Stiftung gemeinsam mit der Hilfsorganisation UNITAID die verbilligten Medikamente aufkaufen und den Bedürftigen in Entwicklungsländern zugänglich machen.

Cipla und Matrix stellen so genannte Generika her, Nachahmer von teuren Markenmedikamenten. Nach Angaben der Vereinten Nationen lebten im vergangenen Jahr knapp vierzig Millionen Menschen weltweit mit dem Aids-Virus. Angesichts dessen erneuerte Clinton seine Kritik an Pharmakonzernen, die ihre patentierten Medikamente nicht als Generika in Entwicklungsländern vertreiben lassen wollen. "Wegen der hohen Preise für Aids-Medikamente wird kein Konzern sterben, die Patienten aber sehr wohl", sagte er.

Erst in der vergangenen Woche hatte Brasiliens Präsident Luiz Inacio Lula da Silva angekündigt, bewusst den Patentschutz des US-Pharmaunternehmens Merck für das Aids-Medikament Efavirenz zu verletzen. Ein Angebot des Herstellers für einen 30-prozentigen Rabatt hatte er zuvor abgelehnt. Brasilien will nun in Zukunft Generika, also Kopien mit identischen Wirkstoffen, aus Indien importieren.

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