
Berlin, 6. April (AFP) - Der diesjährige Weltgesundheitstag am 7. April widmet sich in Deutschland schwerpunktmäßig dem Schutz vor Infektionskrankheiten. Dabei geht es vor allem um die Förderung der Impfbereitschaft, aber auch um die Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten. Denn immer noch gibt es eine Reihe von Krankheiten wie Influenza, Tuberkulose und Aids, die häufig unterschätzt werden. AFP nennt im Folgenden einige Beispiele:
HIV/AIDS: Im Jahr 2006 waren in Deutschland rund 56.000 Menschen mit HIV infiziert. Sorge bereitet vor allem die seit einigen Jahren steigende Rate der Neuinfektionen. Allein im vergangenen Jahr steckten sich rund 2700 Menschen an. Mehr als 600 Aidskranke starben 2006. Das Risikobewusstsein hat nach Einschätzung von Experten abgenommen, weil neue Therapiemöglichkeiten und Behandlungserfolge viele Menschen zu unvorsichtigem Sexualverhalten verführten. Viele betrachteten eine HIV-Infektion fälschlicherweise als chronische, gut behandelbare Krankheit. Zwar ermöglicht es eine gute medikamentöse Therapie den Betroffenen heute, im Schnitt 25 Jahre zu überleben. Aids bleibt aber unheilbar.
GESCHLECHTSKRANKHEITEN: Die Erkrankungsfälle bei Syphilis, bei der auch als Tripper bezeichneten Gonorrhoe oder durch humane Papilloma-Viren (HPV) nehmen seit einigen Jahren wieder zu, vor allem in Großstädten und an den Landesgrenzen. Während etwa bei Syphilis-Erkrankungen in Deutschland zwischen 1995 und 2000 jährlich nur etwa 1150 Fälle registriert wurden, lag die Zahl im Jahr 2005 bei über 3200 Fällen. Generell sind Geschlechtskrankheiten gut mit Antibiotika zu behandeln. Wenn die Therapie jedoch nicht rechtzeitig gemacht wird, kann es zu Komplikationen kommen, die unter anderem zu Unfruchtbarkeit und einer Beeinträchtigung des Herz-Kreislaufsystems führen können. Einige HPV-Typen können Gebärmutterhalskrebs auslösen.
GRIPPE: Noch immer sterben in Deutschland bei einer normalen Grippewelle jährlich zwischen 8000 und 10.000 Menschen. Bei heftigen Grippewellen wie in den Jahren 1995/1996 und 2004/2005 kann es leicht doppelt oder dreimal so viele Tote geben. Nur etwa jeder Vierte in Deutschland lässt sich allerdings gegen Influenza impfen. Empfohlen wird die Grippe-Schutzimpfung vor allem für ältere Menschen über 60 Jahre, aber auch für Kinder und Erwachsene mit bestimmten Vorerkrankungen.
MASERN: Am Beispiel der Masern wird besonders deutlich, dass der Impfschutz noch erhebliche Lücken aufweist. Die Zahl der Masernfälle stieg in Deutschland in den vergangenen Jahren deutlich. Von 2004 bis 2006 erhöhte sich die Zahl der Fälle von 121 auf mehr als 2200. Allein 1700 Fälle wurden im Frühjahr 2006 bei einem Masernausbruch in Nordrhein-Westfalen gemeldet. Erklärtes Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist es, die Masern-Erkrankungen bis 2010 in Europa auszumerzen. Um dies zu erreichen, sind die Durchimpfungsraten in Deutschland allerdings noch zu gering.
TUBERKULOSE: Im Jahr 2005 wurden in Deutschland insgesamt 6045 Tbc-Erkrankungen registriert. Damit gingen die Zahlen zwar weiter zurück. Sorge bereitet den Experten aber die sprunghafte Erhöhung der Erkrankungsfälle in Osteuropa. Auch die Entstehung von multiresistenten Erregern ist Besorgnis erregend und hat zum Beispiel durch die Zuwanderung auch Einfluss auf das Geschehen in Deutschland. Auch hierzulande hat die Medikamentenresistenz der Tuberkulosebakterien leicht zugenommen.
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