
London, 29. März (AFP) - Frauen mit Aids senken das Risiko der Weitergabe der Krankheit an ihre Kinder deutlich, wenn sie ihre Babys ausschließlich mit Muttermilch füttern. Wie eine am Freitag in der Medizinerzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten Studie ergab, halbierte sich in einer Klinik in Südafrika bei ausschließlicher Fütterung mit Muttermilch die Zahl der mit dem HI-Virus angesteckten Kinder gegenüber Müttern, die sowohl Muttermilch als auch Baby-Nahrung gaben. Bei Kleinkindern, die nur Baby-Nahrung erhielten, lag die Ansteckungsgefahr im Vergleich zur Muttermilch-Gruppe demnach sogar elf Mal höher.
An der Studie nahmen in KwaZulu-Natal, Südafrikas am stärksten von Aids betroffener Provinz, über drei Monate 1372 Kinder teil. Dabei befanden sich 83 Prozent in der Muttermilchgruppe; von ihnen wurden lediglich vier Prozent mit HIV infiziert. Zudem zeigte sich eine insgesamt geringere Sterblichkeit bei den Kindern, die nur die Brust erhielten. Sie lag bei 6,1 Prozent, während sie bei ausschließlich mit Ersatz-Nahrung gefütterten Kindern 15,1 Prozent betrug.
Studienleiter Nigel Rollins von der Universität KwaZulu-Natal sagte, bisher lasse sich das Phänomen mit Blick auf die HIV-Infektion nicht mit Sicherheit erklären. Eine Vermutung sei, dass fremde Proteine in künstlicher Baby-Nahrung die Angreifbarkeit von Kindern für den HI-Virus erhöhten. Die nun veröffentlichte Studie hatte unter anderen dazu geführt, dass Experten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Oktober ihre Empfehlungen an HIV-infizierte Frauen zu Gunsten der Muttermilch-Fütterung änderten, zu der auch bei nicht erkrankten Frauen geraten wird.
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