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UNO rechnet mit noch stärkerem Wachstum der Weltbevölkerung - Verdopplung der Einwohnerzahl in 50 ärmsten Ländern

Agence France-Presse - März 13, 2007


Berlin/Hannover, 13. März (AFP) - Die Vereinten Nationen gehen trotz leicht sinkender Kinderzahlen von einem noch stärkeren Wachstum der Weltbevölkerung aus als bisher und sehen allein die ärmsten Länder davon betroffen. Bis zum Jahr 2050 werde die Weltbevölkerung um 2,5 Milliarden auf 9,2 Milliarden Menschen ansteigen, heißt es in einer neuen UN-Prognose, die die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) am Dienstag in Berlin vorstellte. Das Bevölkerungswachstum findet demnach in Zukunft ausschließlich in den Entwicklungsländern statt. "In den 50 ärmsten Ländern der Welt wird die Bevölkerung sich bis 2050 von 0,8 auf 1,7 Milliarden Menschen mehr als verdoppeln", erklärte DSW-Pressesprecherin Catherina Hinz. In Ländern mit junger Altersstruktur wie Afghanistan, Uganda, Niger oder Kongo werde sich die Bevölkerung in den kommenden 43 Jahren sogar verdreifachen.

Bei den Prognosen handelt es sich um eine Überarbeitung der Bevölkerungsprojektionen der UN-Bevölkerungsabteilung. Die aktuellen Projektionen gehen davon aus, dass die durchschnittliche Geburtenrate in den Entwicklungsländern bis 2050 von heute 2,75 auf 2,05 Kinder pro Frau sinken wird. Um dieses Ziel zu erreichen, seien jedoch allein in Afrika zusätzliche Investitionen von 70 Millionen Dollar (53,2 Millionen Euro) pro Jahr in Familienplanungsdienste notwendig, erklärte Hinz. Maßnahmen der Familienplanung müssten in den Entwicklungsländern stärker gefördert werden. "Die rasant wachsende Bevölkerung überfordert bereits heute die Gesundheits- und Bildungssysteme dieser Staaten", betonte Hinz.

Gesenkt wird die Lebenserwartung der UN-Studie zufolge noch immer durch Aids-Erkrankungen - obwohl die Zahl der HIV-Infizierten, die eine antiretrovirale Therapie erhalten, deutlich gestiegen sei. Im besonders stark von Aids betroffenen südlichen Afrika sei die durchschnittliche Lebenserwartung von 62 Jahren in der ersten Hälfte der 1990er Jahre auf derzeit 49 Jahre gesunken. Erst gegen 2045 werde die Lebenserwartung vermutlich wieder eine vergleichbare Höhe erreichen wie Anfang der 1990er Jahre. Trotz der erhöhten Sterberate steige das Bevölkerungswachstum im südlichen Afrika um 0,6 Prozent pro Jahr.

In Europa schrumpft dagegen die Bevölkerung laut den Prognosen bis 2050 um 67 Millionen Menschen. 28 europäische Staaten, darunter Deutschland, könnten angesichts niedriger Geburtenraten schon heute ihren Bevölkerungsrückgang nur durch die Aufnahme von Migranten stoppen. Ein weiterer Trend ist laut UNO die deutliche Alterung der Weltbevölkerung bis zur Jahrhundertmitte. Weltweit werde sich die Zahl der über 60-Jährigen bis dahin von 673 Millionen auf zwei Milliarden verdreifachen. In den Industrieländern werde sich der Anteil der über 60-Jährigen von einem Fünftel auf ein Drittel der Bevölkerung erhöhen - auf jedes Kind kämen damit zwei Menschen über 60.

+++ Die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung im Internet unter www.dsw-hannover.de +++

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