
Bremen, 12. März (AFP) - Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Prävention von HIV und Aids in der EU und in der G8 zur Chefsache machen. Bei einer EU-Ministerkonferenz zu der Immunschwächekrankheit am Montag in Bremen kündigte Merkel an, sie wolle die Ergebnisse der Tagung in den im Juni tagenden Europäischen Rat einbringen. Auch die Staats- und Regierungschefs müssten mit der Frage betraut werden, wie dieser Krankheit zu Leibe gerückt werden könne, sagte die Kanzlerin, die derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat. Ihre G-8-Präsidentschaft wolle sie nutzen, das Thema auch mit den Spitzen der führenden Industrienationen zu beraten. "Ich glaube, dass Bremen ein Synonym werden kann für eine neue europäische Aids-Initiative", sagte Merkel.
Die Bundesregierung hat HIV und Aids zum gesundheitspolitischen Hauptthema ihrer EU-Ratspräsidentschaft gemacht. Wichtigste Veranstaltung dazu ist die bis Dienstag dauernde EU-Ministerkonferenz, an der unter anderem auch die Bundesministerinnen Ulla Schmidt (SPD/Gesundheit), Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD/Entwicklung) und Anette Schavan (CDU/Bildung) teilnehmen. Auch eine Reihe europäischer Gesundheitsminister und der Direktor des Aids-Programms der Vereinten Nationen (UNAIDS), Peter Piot, gehören zu den Teilnehmern. Erwartet wurden auch die Schauspielerin Gudrun Landgrebe sowie die Fußball-Nationalspieler Miroslav Klose und Per Mertesacker vom SV Werder Bremen.
Merkel forderte die Diskussionsteilnehmer auf, konstruktive Wege bei der Aids-Prävention zu erarbeiten. Auch dort müsse das positive Denken Platz finden. "Wir als Europäer haben mit Sicherheit die Verantwortung, alles zu tun, um dieser Krankheit auch zu Leibe zu rücken", sagte Merkel. Es müsse ein Verbundnetz der Politik mit den international tätigen Hilfsorganisationen aufgebaut werden. Außerdem müsse die medizinische Versorgung verbessert werden. Billigeren Aids-Medikamenten müsse dabei ein besonderes Augenmerk gelten.
Die Deutsche Aids-Stiftung appellierte zu Konferenzbeginn an die Länder Osteuropas, der dortigen Zunahme der HIV-Infektionen durch eine verstärkte staatliche Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Gruppen entgegenzuwirken. Auch in Osteuropa müssten die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden, damit Selbsthilfe ihre Kraft entfalten könne.
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