agence france-presse
click here to return to agence france-presse main menu
DonateNow




Unicef bemängelt zu langsame Fortschritte im Kampf gegen Aids - Etwa 530.000 Kinder infizierten sich 2006 mit HI-Virus

Agence France-Presse - Januar 16, 2007


Genf/Köln, 16. Januar (AFP) - Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen hat die zu langsamen Fortschritte im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids kritisiert. Trotz Fortschritten bei der Prävention und der Behandlung von infizierten Kindern hätten sich im vergangenen Jahr nach neuen Schätzungen weltweit 530.000 Mädchen und Jungen unter 15 Jahren mit der Immunschwächekrankheit angesteckt, heißt es in einem Bericht, den Unicef am Dienstag in Genf und New York vorstellte. Durchschnittlich infiziere sich jede Minute ein Kind mit HIV. Die meisten dieser Kinder kämen bereits mit dem Virus auf die Welt. Jedes zweite von ihnen werde noch vor seinem zweiten Geburtstag sterben, wenn es nicht rechtzeitig medizinisch behandelt werde, beklagte Unicef.

"Im Kampf gegen AIDS werden Kinder bis heute benachteiligt", erklärte der Geschäftsführer von Unicef Deutschland, Dietrich Garlichs. Obwohl die Preise für Medikamente gefallen seien, erhielten die meisten betroffenen Kinder in den Entwicklungsländern immer noch keine ausreichende medizinische Hilfe. Die Preise für Viren hemmende Medikamente, die auch für Kinder geeignet sind, kosten laut Unicef nur noch rund zwölf Cent pro Tag, beziehungsweise rund 47 Euro jährlich. In Ländern wie Botsuana, Indien, Ruanda, Südafrika und Thailand würden mittlerweile auch deutlich mehr Kinder als früher mit diesen Medikamenten behandelt. Weltweit erhielten jedoch nur zehn Prozent der HIV-infizierten Kinder die Medikamente, die sie dringend zum Überleben brauchen.

Gleichzeitig wies Unicef darauf hin, dass in zahlreichen Entwicklungsländern, in denen das HI-Virus stark verbreitet ist, jetzt deutlich mehr getan werde, um Kinder und Jugendliche vor dem tödlichen Virus zu schützen. So erhielten beispielsweise in Namibia immer mehr werdende Mütter Viren hemmende Medikamente, um eine Übertragung des HI-Virus auf ihr Baby zu verhindern. Der Anteil der HIV-infizierten schwangeren Frauen, die medizinisch behandelt werden, stieg um mehr als das Dreifache von sechs Prozent in 2004 auf 29 Prozent im Jahr 2005. In Südafrika stieg die Behandlungsrate im gleichen Zeitraum von 22 auf 30 Prozent. Insgesamt aber bleibe der weltweite Fortschritt gering. In den Entwicklungsländern hätten nur rund neun Prozent der HIV-infizierten Schwangeren Zugang zu Medikamenten, die das Übertragungsrisiko deutlich senken.

Unicef betont in dem Bericht weiter, dass die Anstrengungen zur Prävention weiter verstärkt werden müssten. Vor allem Mädchen und junge Frauen bräuchten Informationen und Unterstützung. Weltweit liege die Infektionsrate bei jungen Frauen unter 24 Jahren bereits über der ihrer männlichen Altersgenossen. In der Elfenbeinküste und in Kenia seien Mädchen und junge Frauen im Alter von 15 bis 24 Jahren sogar fünfmal häufiger infiziert als gleichaltrige Männer.

070116
AF070112_DE


© Agence France-Presse 2007. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt.   http://www.afp.com/

AEGiS is a 501(c)3, not-for-profit, tax-exempt, educational corporation. AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, Bridgestone/Firestone Charitable Trust, Bristol-Myers Squibb Company, Elton John AIDS Foundation, John M. Lloyd Foundation, the National Library of Medicine, Roche and Trimeris, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2007. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.

AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All information contained on this website, including information relating to health conditions, products, and treatments, is for informational purposes only. It is not meant to be a substitute for the advice provided by your own physician or other medical professionals. Always discuss treatment options with a doctor who specializes in treating HIV.

Copyright ©1980, 2007. AEGiS. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.