
Berlin, 28. November (AFP) - Mit einer bundesweiten Kampagne zum Welt-Aids-Tag am Freitag soll das Thema HIV wieder verstärkt in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden. "Wir beobachten seit einiger Zeit, dass in Deutschland die öffentliche Wahrnehmung von Aids zurückgeht, dass das Problembewusstsein in der Bevölkerung sinkt und dass deshalb die Ansprache junger Menschen schwieriger wird", erklärte Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am Dienstag bei der Vorstellung der Gemeinschaftsaktion in Berlin. Dies müsse alle wachrütteln und bewusst machen, dass Aidsprävention ein zentrales gesellschaftliches Thema bleiben müsse.
Die Kampagne unter dem Motto "Gemeinsam gegen Aids. Wir übernehmen Verantwortung. Für uns selbst und andere" wird neben der Bundeszentrale von der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) und der Deutschen AIDS-Stiftung (DAS) getragen und von prominenten Botschaftern unterstützt, darunter Schauspieler Benno Fürmann, Werbestar Verona Pooth und Rapper Samy Deluxe. Das Kampagnenmotiv erscheint auf mehr als 15.000 Großplakaten und über drei Millionen Postkarten.
Die Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland sei nach wie vor zu hoch, erklärte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Die großen Fortschritte der Medizin, die bei vielen Menschen den irrtümlichen Eindruck erweckten, Aids sei eine "normale" chronische Krankheit, Einschränkungen beim Beratungs- und Betreuungsangebot vor Ort sowie die nachlassende Thematisierung in den Medien wirkten sich auf das Schutzverhalten aus. Schmidt verwies darauf, dass die im Bundeshaushalt für die Aids-Aufklärung eingeplanten Mittel für 2007 um drei Millionen Euro auf 12,2 Millionen Euro aufgestockt werden.
Nach aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) leben in Deutschland derzeit etwa 56.000 Menschen mit einer HIV-Infektion oder Aids. Etwa 2700 Menschen haben sich in diesem Jahr neu mit dem HI-Virus infiziert, das sind etwas mehr als im vergangenen Jahr. "25 Jahre nach der ersten Berichterstattung über Aids hat das Thema nichts von seiner Bedeutung verloren", erklärte Pott. Ulrich Heide, Geschäftsführender Vorstand der Deutschen Aids-Stiftung betonte, Aids werde "immer noch stärker tabuisiert als andere Krankheiten". Das Engagement der Prominenten mache die Probleme betroffener Menschen und das Thema "gesellschaftsfähig" und werbe für Solidarität.
+++ Weitere Informationen im Internet unter www.welt-aids-tag.de. +++
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