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UNO: Simbabwe hat wegen Aids die meisten Waisenkinder weltweit - NGO besorgt über zunehmende Fälle von Kindesmissbrauch

Agence France-Presse - November 19, 2006


Harare, 19. November (AFP) - In dem von HIV und Aids besonders betroffenen Simbabwe leben nach UN-Angaben die meisten Waisenkinder weltweit. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl gebe es in dem Land im Süden Afrikas die meisten Waisen, sagte der Sprecher des Kinderhilfswerks UNICEF, James Elder, der Nachrichtenagentur AFP in Harare. "Die meisten dieser Fälle sind auf HIV und Aids zurückzuführen." Derzeit sind 20,1 Prozent der Bevölkerung mit dem HI-Virus infiziert; vor zwei Jahren waren es noch 24,6 Prozent. Mindestens 3000 Menschen sterben in dem Zwölf-Millionen-Einwohner-Land jede Woche an Krankheiten, die im Zusammenhang mit HIV und Aids stehen. Zugleich gibt es eine immer schlechtere Gesundheitsversorgung: Mehr als die Hälfte der Angestellten in dem Sektor sucht laut einem simbabwischen Wochenmagazin Arbeit im Ausland.

Laut dem UNICEF-Sprecher erschwert die mit hoher Arbeitslosigkeit, einer vierstelligen Inflationsrate und einer extremen Lebensmittelknappheit einhergehende Wirtschaftskrise in Simbabwe die Versorgung der Waisen zusätzlich. Es werde immer schwieriger, den Kindern grundlegende Dienste wie Bildung, Ernährung und Gesundheitsversorgung anzubieten, sagte Elder.

Die simbabwische Kinderschutzgruppe CPWG äußerte sich am Sonntag besorgt über die steigende Zahl von Kindesmisshandlungen im Land. Allein im vergangenen Jahr habe es 8600 Fälle gegeben, hieß es in einer Erklärung der Organisation. "Das sind 24 jeden Tag, oder einer jede Stunde." Bei mehr als der Hälfte der bekannt gewordenen Fälle habe es sich um sexuellen Missbrauch gehandelt. Das Problem habe seine Ursache unter anderem in dem Mythos, wonach Sex mit einer Jungfrau ein Mittel gegen Aids sei.

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