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Aids-ähnliches Virus auch bei Gorillas - Forscher warnen vor Gefahren für den Menschen

Agence France-Presse - November 8, 2006


London, 8. November (AFP) - Forscher haben nun auch bei Gorillas ein Aids-ähnliches Virus gefunden. Die Entdeckung bei den Wildtieren in Kamerun sei von großer wissenschaftlicher und praktischer Tragweite, betonten die französischen Experten in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins "Nature": Gorillas werden als Nahrungsmittel und zur medizinischen Nutzung gejagt, und es sei möglich, dass diese Praktiken für die auf den Menschen übertragbare Tierkrankheit HIV-1 Gruppe O verantwortlich sind. Die betroffenen Gorillas, die das HIV-ähnliche SI-Virus (Simian immunodeficiency virus) tragen, "könnten eine ständige Gefahr für Menschen darstellen".

Mehrere Affen-Arten tragen Aids-Viren, erkranken anders als Menschen aber nicht an der Immunschwäche. Forscher gehen derzeit davon aus, dass am Ursprung der Krankheit Schimpansen stehen. Diese dürften vor einigen Jahrzehnten das SI-Virus auf Menschen übertragen haben, vermutlich durch den Biss eines Tieres oder durch die Verletzung eines Jägers, der sich das Virus beim Schneiden von Affenfleisch zuzog. Auch die für die neue Studie untersuchten Westlichen Gorillas (wissenschaftlicher Name: Gorilla gorilla) wurden nach Einschätzung der Forscher vermutlich von Schimpansen angesteckt.

Für die Studie nahmen Martine Peeters und Eric Delaporte vom französischen Institut für Entwicklungsforschung (IRD) und der Universität im südfranzösischen Montpellier mehr als 500 Ausscheidungen von Schimpansen und Gorillas unter die Lupe. Wie erwartet fanden sie in 40 der 323 Schimpansen-Exkremente Antikörper. Überraschend wiesen aber auch sechs der 213 analysierten Gorilla-Proben HIV-Antikörper auf. Der Viren-Untertyp namens SIVgor ist dem Untertyp O der HIV-1-Linie genetisch sehr nahe, der bei Menschen im zentralen Westafrika verbreitet ist.

Die Aids-infizierten Gorilla-Proben stammten von Tieren, die beinahe 400 Kilometer voneinander entfernt lebten. Die Forscher folgern daraus, dass es sich bei den Infektionen nicht um Zufälle handelt, sondern um ein artspezifisches Problem. Ob auch die andere Gorilla-Art, der Östliche Gorilla, davon betroffen ist, sollen weitere Studien klären. Zu den Östlichen Gorillas zählt die vom Aussterben bedrohte Unterart der Berggorillas (Gorilla beringei beringei).

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