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Kampf gegen Aids soll Thema der EU-Ratspräsidentschaft werden - Wieczorek-Zeul will zudem Anwerben von Afrikanern begrenzen

Agence France-Presse - Oktober 17, 2006


Luxemburg, 17. Oktober (AFP) - Die Bundesregierung will den Kampf gegen HIV und Aids zu einem Schlüsselthema der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2007 machen. Schwerpunkt sollten mehr Hilfen für Frauen sein, die weltweit bereits fast 50 Prozent der HIV-Infizierten ausmachten, sagte Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) am Dienstag nach einem Treffen mit ihren EU-Kollegen in Luxemburg. Sie nannte es eine "dramatische Entwicklung", dass im südlichen Afrika inzwischen zwölf Millionen Aidswaisen lebten - das entspreche der Zahl der Kinder in Deutschland. Die Mittel für die Aids-Hilfen sollen aus dem europäischen Entwicklungshilfefonds fließen, der zwischen 2008 und 2013 mit fast 23 Milliarden Euro dotiert ist.

Wieczorek-Zeul sprach sich in Luxemburg ferner für eine gemeinsame Selbstverpflichtung der 25 EU-Staaten aus, keine Lehrer, Ärzte oder Krankenschwestern aus Ländern Afrikas abzuwerben. Diese Fachkräfte würden "dringend in Afrika gebraucht", sagte die Ministerin. Mit einem ähnlichen Projekt war zuvor bereits EU-Entwicklungshilfekommissar Louis Michel gescheitert. Solche Regeln werden unter anderem von Frankreich blockiert, das in einem Ende Juni verabschiedeten Einwanderungsgesetz eine Art Green Card für besonders qualifizierte Arbeitnehmer eingeführt hatte.

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