
Berlin, 10. Oktober (AFP) - Kinder sterben schneller und häufiger an Aids als Erwachsene, da sie bei der Behandlung benachteiligt werden und da die Krankheit bei ihnen schneller ausbricht. Betroffen sind allein im südlichen Afrika nach Angaben des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF) zwei Millionen HIV-positive Kinder. "Weniger als zehn Prozent der HIV-infizierten Kinder erhalten die Medikamente, die sie zum Überleben brauchen", erklärte Stephen Lewis, der UN-Sonderbeauftragte für Aids in Afrika, am Dienstag in Berlin bei einer internationalen Konferenz von UNICEF und Friedrich-Ebert-Stiftung (FES).
Es sei "erschreckend, dass höchstens fünf Prozent" der weltweit schätzungsweise 15 Millionen Aids-Waisen eine staatliche Unterstützung erhielten, erklärte Lewis weiter. 25 Jahre nach der ersten Diagnose des HI-Virus stecken sich laut UNICEF täglich 8000 Kinder und junge Erwachsene bis 25 Jahre mit dem Aids auslösenden Virus an. Durch die mangelnde Versorgung von HIV-positiven und Aids-kranken Kindern sei in einigen Ländern im südlichen Afrika Aids bereits die "Todesursache Nr. 1" bei Kindern. Zudem treffe schätzungsweise die Hälfte aller Neuansteckungen Menschen unter 25 Jahren.
Neben Diskriminierung und Stigmatisierung der HIV-Positiven beklagen UNICEF und FES weiterhin mangelnde Aufklärung. Weniger als die Hälfte der jungen Frauen in Afrika wüssten, wie HIV übertragen wird; und in Indien wüssten sogar vier von fünf Frauen nicht, wie sie sich vor HIV schützen können.
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