
Toronto, 18. August (AFP) - Die Aids-Konferenz im kanadischen Toronto hat zum Ende ihrer Beratungen vor einer zunehmenden Ausbreitung der Immunschwächekrankheit bei Frauen gewarnt. "Aids bekommt zunehmend ein weibliches Gesicht", sagte der Chef des Nationalen Instituts für Allergien und Infektionskrankeiten der USA (NIAID), Anthony Fauci, am Donnerstag (Ortszeit). Es müsse allen Frauen ermöglicht werden, sich gegen das Virus zu schützen. Nachdem Aids lange Zeit als Krankheit galt, die vor allem homosexuelle Männer befällt, hat die weltweite HIV-Infektionsrate Konferenzteilnehmern zufolge bei Frauen mittlerweile mit der der Männer gleichgezogen. In Afrika, dem am schwersten von der Krankheit betroffenen Kontinent, machten Frauen etwa 40 Prozent der Infizierten aus. Weltweit seien zwei Drittel der weiblichen HIV-Infizierten zwischen 15 und 24 Jahre alt.
Die am Freitag endende Aids-Konferenz machte auch auf die Bedrohung von Kindern durch Aids aufmerksam. "Jede Minute wird ein Kind unter 15 Jahren mit HIV infiziert", erklärte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen. Täglich stürben mehr als tausend Kinder an Aids. Zudem gab es laut einem Bericht des Aids-Programms der Vereinten Nationen UNAIDS sowie des Aids-Nothilfeprogramms der US-Regierung im vergangenen Jahr allein in Afrika zwölf Millionen Aids-Waisen. Ihre Zahl könnte demnach bis Ende 2010 auf 15 Millionen steigen. Aids-Waisen oder Kinder mit HIV-infizierten Eltern sind dem Bericht zufolge stärker gefährdet, ohne gute Schulbildung und in Armut und Ausgrenzung aufzuwachsen. Außerdem seien sie häufiger Opfer von sexuellem Missbrauch und Ausbeutung.
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