
Berlin, 13. August (AFP) - Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) hat angekündigt, die Mittel im Kampf gegen Aids, Malaria, Tuberkulose und andere Infektionskrankheiten deutlich zu steigern. "Täglich sterben 8000 Menschen an HIV/Aids, so viele Menschen, wie beim Absturz von 20 Jumbojets. Diese Tragödie muss ein Ende haben", sagte die Ministerin am Sonntag auf der 16. Internationalen Aids-Konferenz in Toronto. Sie kündigte an, dass die Bundesregierung ihre Mittel zur Bekampfung der Immunschwächekrankheit ab 2008 jährlich um rund 100 Millionen Euro auf 400 Millionen erhöhen werde.
Besonders der Schutz von Mädchen und Frauen müsse im Kampf gegen Aids eine größere Rolle spielen, betonte Wieczorek-Zeul. Denn Mädchen und Frauen seien durch Diskriminierung, Gewalt und Ausgrenzung in besonderer Weise von Infektion und Krankheit bedroht. "Inzwischen sind fast die Hälfte der infizierten Menschen weltweit Frauen, vor zehn Jahren waren es nur zwölf Prozent. Das zeigt, wie sehr die Gefahr durch HIV/Aids für Frauen gestiegen ist", erklärte die Bundesentwicklungsministerin.
Hoffnung mache in diesem Zusammenhang die Entwicklung von so genannten Mikrobiziden, die von Frauen in Eigenverantwortung als Schutz gegen Aids angewendet werden könnten. Das Bundesentwicklungsministerium stelle zur Erforschung von Mikrobiziden ab kommendem Jahr eine Million Euro jährlich zur Verfügung. Wieczorek-Zeul nimmt für die Bundesregierung an der 16. Internationalen Aids-Konferenz in Toronto teil.
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