
Berlin, 4. August (AFP) - Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hat die internationale Gemeinschaft zu verstärktem humanitären Engagement im Kongo aufgefordert. Besonders im Osten des Landes, wo gut drei Jahre nach Ende des Bürgerkrieges in vielen Gegenden noch immer gekämpft werde, bräuchten die Menschen dringend mehr Hilfe, sagte Vorstandsmitglied Tankred Stöbe am Freitag in Berlin. Von den Kämpfen besonders betroffen seien die Regionen Katanga, Ituri und Kivu. Hunderttausende sind dort auf der Flucht. "Zehntausende Vertriebene leben in notdürftigen Unterkünften in Lagern, ihre Dörfer und Felder wurden verbrannt", sagte Stöbe. Das Gesundheitssystem sei vollständig zusammengebrochen, die Menschen stürben an Unterernährung und behandelbaren Krankheiten wie Malaria und Durchfall.
In einigen Gebieten seien die Teams von Ärzte ohne Grenzen fast die einzigen Helfer, betonte Stöbe. Auch andere Hilfsorganisationen müssten sich dringend stärker engagieren. Ärzte ohne Grenzen hat in dem Land eines seiner größten Nothilfeprogramme. Mehr als 2000 kongolesische und etwa 200 internationale Mitarbeiter arbeiten derzeit in rund 20 Programmen landesweit. Die Teams versorgen Vertriebene, unterstützen Krankenhäuser und Gesundheitszentren, behandeln HIV-Patienten und versorgen Opfer sexueller Gewalt. In Dubie in der Provinz Katanga kommen UN-Hilfen laut Ärzte ohne Grenzen nur unregelmäßig an. Seit Juni schickt die Organisation monatlich 16 Lastwagen mit 130.000 Tonnen Nahrungsmitteln aus der 450 Kilometer entfernten Provinzhauptstadt Lubumbashi in die Stadt. Das Budget für 2006 beträgt für den Kongo rund 30 Millionen Euro.
Die deutsche Sektion von Ärzte ohne Grenzen erzielte nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr Einnahmen von rund 70 Millionen Euro. Dies sei mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, teilte die Organisation bei der Vorstellung ihres Jahresberichts 2005 mit. Mit 68,6 Millionen Euro stammt der Großteil aus privaten Spenden und Zuwendungen; etwa die Hälfte davon wurde nach dem Tsunami Ende 2004 gespendet.
Schon wenige Tage nach der Katastrophe in Südostasien wusste die Organisation, dass die Spenden die Summe, die sie für Nothilfe sinnvoll einsetzen konnte, weit übertreffen würde. Sie rief daher zu nicht zweckgebundenen Spenden auf; trotzdem erhielt das internationale Netzwerk 110 Millionen Euro Tsunami-Spenden, bei der deutschen Sektion waren es fast 39 Millionen Euro. Fast alle Spenden konnten mit Einverständnis der Geber aber im nachhinein umgewidmet werden und gingen unter anderem in den Sudan, den Kongo und den Niger. Im vergangenen Jahr finanzierte Ärzte ohne Grenzen Deutschland Projekte in 52 Ländern mit Schwerpunkt Afrika.
060804
AF060807_DE
© Agence France-Presse 2006. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt. http://www.afp.com/
AEGiS is a 501(c)3, not-for-profit, tax-exempt, educational corporation. AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, Elton John AIDS Foundation, the National Library of Medicine, Bridgestone Firestone Trust Fund, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2006. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.
©1990, 2006 - AEGiS. AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.