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Bill Gates zieht sich schrittweise aus Firma zurück - Microsoft-Gründer will sich Stiftungs-Arbeit widmen

Agence France-Presse - Juni 16, 2006


Washington, 16. Juni (AFP) - Microsoft-Gründer Bill Gates will sich künftig vor allem der wohltätigen Arbeit seiner Stiftung widmen. Der reichste Mann der Welt ziehe sich bis 2008 schrittweise aus dem Tagesgeschäft des Software-Konzerns zurück, wie Microsoft am Donnerstag erklärte. Der 50-Jährige wird der Firma jedoch als Chef des Verwaltungsrats und Berater erhalten bleiben, wird seine Arbeit als Software-Entwickler jedoch reduzieren. Die Bill-und-Melinda-Gates-Stiftung gilt mit einem Budget von knapp 30 Milliarden Dollar (rund 24 Milliarden Euro) als größte Organisation ihrer Art weltweit. Sie engagiert sich unter anderem für den Kampf gegen Aids.

"Ich habe das Glück, zwei Leidenschaften zu haben, die mir beide wichtig erscheinen", erklärte Gates. Die Entscheidung sei schwierig gewesen. "Die Veränderung ist kein Rückzug in den Ruhestand, sondern eine Neuordnung meiner Prioritäten", fügte er hinzu. Gates will seine Arbeit für Microsoft in einer zweijährigen Übergangszeit zurückfahren. Der Selfmade-Milliardär hatte bereits vor sechs Jahren den Microsoft-Chefsessel für Steve Ballmer geräumt. Gates ist seither Chef des Verwaltungsrats und Chef-Software-Architekt. Während der Firmengründer den Verwaltungsrats-Posten weiterhin behalten will, soll Cheftechniker Ray Ozzie neuer oberster Software-Architekt werden.

Gates wurde mit seinem 1975 gegründeten Software-Unternehmen zum Multimilliardär. Mit einem Vermögen von 50 Milliarden Dollar führt er in diesem Jahr zum zwölften Mal in Folge die Forbes-Liste der reichsten Männer der Welt an. Schon früh entdeckte er seine Passion für das Programmieren - an einer Privatschule im US-Westküstenstaat Washington erlernte der ebenso hochbegabte wie eigenwillige Sohn eines Anwalts und einer Lehrerin die Computersprache BASIC, die er rasch meisterhaft beherrschte. Während des Studiums an der Eliteunversität Harvard entwickelte Gates dann mit seinem Schulfreund Paul Allen eine Software für den Heimcomputer Altair 8800 - dies war der Durchbruch.

Gates schmiss das Studium hin, um sich ganz der Führung seiner frisch gegründeten Firma Microsoft zu widmen. Und wenige Jahre danach gelang ihm der große Coup, als er IBM das Betriebssystem MS-DOS lieferte. Schon mit 31 Jahren wurde Gates so zum reichsten Mann der USA. In den Folgejahren entwickelte Microsoft für das rasch expandierende PC-Business immer neue Betriebssysteme. Heute operieren mehr als 90 Prozent aller PCs und Laptops weltweit mit dem System aus dem Hause Gates.

Vor sechs Jahren gründete Gates mit seiner Frau die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung. Bill Gates lernte Melinda Gates kennen, als diese Marketing-Chefin bei Microsoft war. Zusammen mit der zehn Jahre jüngeren Frau hat Bill Gates drei Kinder. Die Stiftung ist heute der größte internationale Geldgeber für wohltätige Projekte. Ausgestattet mit einem Milliarden-Budget hat sie bereits mehr als zehn Milliarden Dollar in zahlreiche Projekte gesteckt. Die Stiftung widmet sich neben dem Kampf gegen Aids und andere Krankheiten wie Tuberkulose und Malaria auch Programmen für die Ausbildung von Jugendlichen aus armen Regionen der USA. Derzeit wird die Stiftung von Bill Gates' Vater William H. Gates und Patty Stonesifer geleitet.

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