
Cannes, 26. Mai (AFP) - In ihrer Ehrenrolle als Auktionatorin zu Gunsten der Aids-Forschung hat Sharon Stone einen neuen Rekord aufgestellt: Beim jährlichen Gala-Dinner für die AmfAR-Stiftung von Liz Taylor trommelte die US-Schauspielerin in der Nacht zum Freitag am Rande des Filmfestivals von Cannes mehr als vier Millionen Dollar (rund 3,2 Millionen Euro) zusammen. Stone appellierte dabei mit großem Erfolg an das Mitgefühl der reichen Gäste, die allein für einen Sitzplatz im Restaurant "Le Moulin de Mougins" in der Nähe der Festspielstadt an der Côte d'Azur bis zu 100.000 Dollar berappt hatten.
Die Gala zu Gunsten der AmfAR zählt traditionell zu den gesellschaftlichen Höhepunkten am Rande des Festivals. Im vergangenen Jahr brachte sie mehr als drei Millionen Dollar ein. Diesmal zählte zu den Prunkstücken der Wohltätigkeitsauktion ein rotes Klavier des britischen Popmusikers Elton John, das allein 230.000 Dollar einbrachte. Eine Paar eigens angefertigter Krokoleder-Stiefel des Edel-Schuhdesigners Sergio Rossi ging für 60.000 Dollar weg. Elton John selbst sagte seine Teilnahme an der Gala wegen einer Erkältung kurzfristig ab, ließ sich aber durch seinen Ehemann David Furnish vertreten.
Unter Stones 700 prominenten Gästen waren die Schauspieler Samuel J. Jackson und Zhang Ziyi, die in der diesjährigen Hauptjury des Festivals sitzen, Regisseurin Sofia Coppola, Filmproduzent Harvey Weinstein und der griechische Milliardär Stavros Niarchos. Hollywood-Legende Robin Williams, US-Partylöwin Ivana Trump, Modemacher John Galliano und Tour-de-France-Rekordsieger Lance Armstrong huldigten mit ihrer Gastgeberin ausgiebig tanzend dem Boney M.-Welthit "Rivers of Babylon".
Die Amerikanische Stiftung für Aids-Forschung (AmfAR) wurde 1985 gegründet und sammelte seitdem mehr als 233 Millionen Dollar ein. Stone vertrat die langjährige Gastgeberin Liz Taylor bereits zum dritten Mal in Folge. Taylor musste ihr Kommen an die Côte d'Azur wie seit 2004 aus gesundheitlichen Gründen absagen. Stone drängte das wohlhabende Publikum, sich angesichts der Aids-Toten in aller Welt großzügig zu zeigen: "Alle sechs Sekunden stirbt jemand an Aids, jede Minute stirbt ein Kind." US-Präsident George W. Bush habe für seinen Wahlkampf 167 Millionen Dollar ausgegeben, dagegen seien "null Dollar" in den Sexualunterricht geflossen.
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