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ILO-Studie zeigt erstmals Rückgang der Kinderarbeit weltweit - Rückgang besonders gefährlicher Kinderarbeit um 26 Prozent

Agence France-Presse - Mai 4, 2006


Berlin, 4. Mai (AFP) - Erstmals hat eine Studie einen Rückgang der weltweiten Kinderarbeit festgestellt. Die Zahl arbeitender Kinder sank nach Erhebungen der Internationalen Arbeitsagentur (ILO) zwischen den Jahren 2000 und 2004 um elf Prozent auf 218 Millionen weltweit, wie die UN-Organisation am Donnerstag in Berlin mitteilte. Die Anzahl von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf und 17 Jahren, die besonders gefährlichen Tätigkeiten nachgehen, verringerte sich sogar um 26 Prozent auf 126 Millionen. Besonders deutlich war der Rückgang mit 33 Prozent bei Kindern unter 14 Jahren. Die ILO hofft, dass die schlimmsten Formen von Kinderarbeit mit giftigen Chemikalien, unter Tage oder im Sexgewerbe in den nächsten zehn Jahren weitgehend ein Ende finden werden.

"Das Ende der Kinderarbeit ist in Reichweite gerückt", erklärte ILO-Generaldirektor Juan Somavia, der den Bericht in Brasilia präsentierte. "Auch wenn der Kampf gegen Kinderarbeit weiterhin eine gewaltige Herausforderung darstellt, so sind wir doch auf dem richtigen Weg." 30 Mitgliedsstaaten der ILO haben sich den Angaben zufolge das Ziel gesetzt, bis 2016 oder sogar schon früher die schlimmsten Formen der Kinderarbeit beseitigt zu haben. Beispiele aus Ostasien und Brasilien zeigten, dass Armutsbekämpfung und breit angelegte Bildungsangebote die wichtigsten Voraussetzungen für die Bekämpfung der Kinderarbeit sind.

Die größten Erfolge werden dem Bericht zufolge aus Lateinamerika und der Karibik gemeldet, wo in den vergangenen vier Jahren die Zahl der arbeitenden Kinder um zwei Drittel abnahm. Nur noch fünf Prozent aller Kinder müssten dort arbeiten. Auch Asien und die Pazifikregion verzeichnen rückläufige Zahlen, doch mit rund 122 Millionen Kindern zwischen fünf und 14 Jahren sind nach wie vor die meisten jüngeren Kinderarbeiter in dieser Region anzutreffen, heißt es in dem Bericht weiter.

Den höchsten prozentualen Anteil arbeitender Kinder gibt es demnach in Afrika südlich der Sahara. Dort müssten 50 Millionen oder 26 Prozent aller Kinder arbeiten. Als Gründe dafür nannte die ILO, dass das hohe Bevölkerungswachstum, Armut und eine weitere Verbreitung der Immunschwäche Aids Fortschritte in dieser Region behindert hätten.

Nach wie vor allerdings gebe es große Herausforderungen in der Bekämpfung von Kinderarbeit. Dies betrefft vor allem den Landwirtschaftssektor, in dem sieben von zehn arbeitenden Kindern beschäftigt sind. Darüber hinaus müssten Kindern von HIV-infizierten oder aidskranken Eltern geholfen werden, damit diese nicht gezwungen seien, Geld für die Familie zu verdienen.

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