
Berlin, 2. Mai (AFP) - Die Zahl der HIV-Neuinfektionen ist in Deutschland im vergangenen Jahr um 13 Prozent gestiegen. Knapp 2500 Menschen infizierten sich mit dem Erreger der Immunschwächekrankheit Aids, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstag in Berlin mitteilte. Im ersten Halbjahr 2005 hatte der Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum noch 20 Prozent betragen. Gleichwohl liegt die Zahl der HIV-Neudiagnosen mit umgerechnet 3,02 pro 100.000 Einwohner weiter auf erhöhtem Niveau, im Jahr 2001 waren 1,75 Neudiagnosen pro 100.000 Einwohner registriert worden. Nach einer Phase nachlassenden Schutzes sei jetzt allerdings laut einer neuen Repräsentativerhebung wieder ein Anstieg der Kondomnutzung zu beobachten, erklärte die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) begrüßte, dass nun auch die Kondomabsatzzahlen wieder anstiegen. "Das schafft Ansporn für die weitere Präventionsarbeit, denn trotz guter Behandlungsmöglichkeiten ist Aids nach wie vor eine unheilbare, tödliche Krankheit. Schützen können nur Aufklärung und Prävention", erklärte Schmidt.
Die aktuellen Untersuchungsergebnisse der BZgA zeigen nach deren Angaben, dass die Aids-Aufklärung nach wie vor den überwiegenden Teil der Bevölkerung erreiche. Die umfangreiche Berichterstattung im vergangenen Jahr über steigende HIV-Neuinfektionszahlen habe möglicherweise einen weiteren Impuls gegeben, sich besser zu schützen. So benutzen 75 Prozent der Alleinlebenden unter 45 Jahren den Angaben zufolge Kondome - fünf Prozent mehr als im Jahr 2004. Auch zu Beginn einer neuen Beziehung würden wieder vermehrt Kondome benutzt.
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