
Kapstadt, 24. April (AFP) - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Pharmaindustrie zu größeren Anstrengungen bei der Entwicklung neuer Mittel gegen die Immunschwächekrankheit Aids aufgerufen. Insbesondere bei der Entwicklung sogenannter Mikrobizide fehle es an Interesse und Geld, beklagte WHO-Vertreterin Joy Phumaphi am Montag auf einer viertägigen Expertenkonferenz im südafrikanischen Kapstadt. Nach ihrer Ansicht liegt dies vor allem daran, dass "Mikrobizide" vor allem in den armen Ländern Absatz finden würden.
Mikrobizide sind Substanzen, die ähnlich wie Spermizide funktionieren sollen: Als Gel oder Creme in der Vagina aufgetragen, sollen sie die sexuelle Übertragung von Aids-Viren erheblich verringern. Mehrere Produkte befinden sich derzeit in der Testphase; vor allem Südafrika als eines der Länder mit der weltweit höchsten Aids-Rate ist aktiv an den Tests beteiligt.
Gesundheitsministerin Manto Tshabalala-Msimang begrüßte die Entwicklung derartiger Gels. Mit ihrer Hilfe hingen die Frauen beim Schutz vor einer Ansteckung nicht mehr länger von der Kooperationsbereitschaft ihrer Partner ab, sagte sie. Gleichzeitig aber rief sie zu einem stärkeren Schutz der Frauen auf, die sich - vor allem in Südafrika - an der Erprobung beteiligten. Ähnlich wie in den Industriestaaten müssten sie vorab detailliert über die Risiken derartiger Tests informiert werden. Sollten Komplikationen auftreten, müsse eine Versicherung für körperliche Schäden aufkommen.
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