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Aids-Vereinigung in Südafrika geht gegen Rath und seine Stiftung vor - Deutscher Arzt wegen Vitamintherapie seit langem umstritten

Agence France-Presse - November 29, 2005


Kapstadt, 29. November (AFP) - Die wichtigste südafrikanische Vereinigung im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids hat eine Klage eingereicht, um den umstrittenen deutschen Arzt Matthias Rath an der weiteren Verbreitung seiner Vitamintherapie zu hindern. Die Klage vor dem Gericht in Kapstadt richte sich gegen Rath, die Regierung der Provinz Western Cape und die Behörde zur Medikamentenkontrolle, sagte der Generalsekretär der Vereinigung Treatment Action Campaign (TAC), Sipho Mthathi, am Dienstag vor Journalisten in Kapstadt. Rath und seine Stiftung verabreichten angebliche "Wundermittel", die für die Behandlung von HIV-Positiven nicht zugelassen seien, und machten "nicht genehmigte Tests".

Mit der Klage solle erreicht werden, dass die Behörden die "illegalen Aktivitäten" Raths und seiner Stiftung unterbänden, sagte Mthathi. Rath wirft der TAC seinerseits vor, sie propagiere die Verbreitung von anti-retroviralen Medikamenten und mache sich damit des "Aids-Völkermords" schuldig. Da Rath diese Medikamente für wirkungslos hält, betreibt er mit seiner Stifung in den Townships am Kap die Verteilung von Vitaminpräparaten.

Die südafrikanische Ärztevereinigung SAMA unterstützt die TAC in ihrem Vorgehen gegen Rath und seine Stiftung. Durch deren Aktivitäten sei eine "Konfusion" entstanden und es werde eine "gigantische Aufgabe" sein, diese auszuräumen, sagte SAMA-Vertreter Dennis White.

In Südafrika gibt es nach offiziellen Angaben rund 6,5 Millionen HIV-Positive. 500.000 Patienten müssten nach Einschätzung des Gesundheitsministeriums mit anti-retroviralen Medikamenten als der effizientesten bekannten Methode behandelt werden. Wegen Verzögerungen bei der Beschlussfassung des entsprechenden Regierungsprogramms werden bislang erst 80.000 Menschen gratis mit diesen Medikamenten versorgt. In Deutschland laufen Ermittlungen gegen Rath zum Tod des neunjährigen Dominik. Er war vor gut einem Jahr an Krebs gestorben, nachdem seine Eltern sich für einen Abbruch der Chemotherapie und die Behandlung mit Raths umstrittener Zellvitalstoff-Therapie entschieden hatten.

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