London, 3. Oktober (AFP) - Der Film-Geheimagent James Bond sollte neben seiner Pistole und Spezialausrüstung wie explodierenden Feuerzeugen künftig auch Kondome bei sich tragen - jedenfalls wenn es nach dem Willen von Ärzten geht. Das britische "Journal of the Royal Society of Medicine" veröffentlichte am Montag eine Studie von australischen Gesundheitsexperten, die den Umgang der Filmindustrie mit den Themen Sex und Drogen brandmarkt. Als besonders schlechtes Beispiel zitierte das Ärzteteam um Hasantha Gunasekera von der Universität Sydney Frauenheld James Bond: Dieser habe in seinen Filmen häufig Geschlechtsverkehr mit Frauen, ohne dass Aids-Schutz oder Empfängnisverhütung erwähnt würden.
Insgesamt werteten die Mediziner die 87 beliebtesten Filme der vergangenen 20 Jahre aus. Nur ein Viertel der Streifen kam ohne Szenen mit Alkohol, Drogen, Rauchen oder ungeschütztem Sex aus. Von 53 Sex-Szenen wurde nur in einer einzigen - "Pretty Woman" mit Julia Roberts - die Verwendung eines Kondoms angedeutet. Der Thriller "Basic Instinct" kam sogar auf sechs Sex-Szenen ohne Erwähnung von Kondomen oder Empfängnisverhütung, die Teenie-Komöde "American Pie 2" auf sieben. Als einzige mögliche negative Kosequenz des Geschlechtsverkehrs sei Peinlichkeit erwähnt worden, kritisierten die Mediziner.
Ähnlich verheerend sehe es bei den Drogen aus: Wenn Cannabis-Konsum thematisiert werde, würden fast nie negative Folgen gezeigt. Mehr als die Hälfte der Filme mit Cannabis-Szenen porträtierten die Droge gar als positiv, befanden die Ärzte. Sie forderten, die Filmindustrie solle künftig stärker Safer Sex propagieren und die "echten Konsequenzen ungeschützten Geschlechtsverkehrs und Drogenkonsums zeigen".
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