Jerusalem, 8. September (AFP) - Die Todesursache des im vergangenen November verstorbenen Palästinenserpräsidenten Jassir Arafat bleibt ein Rätsel. Nach einem vertraulichen Bericht der französischen Ärzte, die Arafat während seiner letzten Wochen in einem Pariser Militärkrankenhaus behandelten, gelten eine Vergiftung, Aids oder eine Infektion als mögliche Todesursachen, wie die israelische Zeitung "Haaretz" am Donnerstag berichtete. Die Zeitung stützt sich dabei auf ein Buch israelischer Journalisten zum Tod Arafats. "Haaretz" veröffentlichte eine kopierte Seite aus dem Befund und berichtete, dass sich die Mediziner aus dem In- und Ausland bislang nicht auf eine Todesursache einigen konnten.
Der ärztliche Befund sei Arafats Witwe Suha und der palästinensischen Führung mitgeteilt worden, berichtete die Zeitung. Der Befund finde sich auch in der neuen Ausgabe des Buchs "Der siebte Krieg" der israelischen Journalisten Amos Harel und Avi Isacharoff. Zwar sei sicher, dass Arafat letztlich an einem Schlaganfall verstarb. Aber die Autoren betonen, dass die "Diskussionen unter zahlreichen Experten zeigen, dass es nicht möglich ist, eine einzige Ursache für die verschiedenen Symptome zu bestimmen, die zum Tod des Patienten führten".
Palästinensische Ärzte beharren dem Buch zufolge anders als ausländische Experten auf der These, dass Arafat vergiftet worden sei. Arafats Leibarzt Aschraf el Kurdi, der nicht an den Behandlungen in Paris mitgewirkt habe, sei von den französischen Ärzte darüber informiert worden, dass im Blut des Patienten das Aids-Virus nachgewiesen worden sei. El Kurdi vertrete jedoch die Ansicht, dass es dem Ex-Präsidenten zugeführt worden sei, um die Spuren einer Vergiftung zu verdecken. Auch hochrangige palästinensische Sicherheitsvertreter wie Mohammed Dahlan und Dschibril Radschub seien von der Vergiftungsthese überzeugt.
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