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Schwule und Aidshilfe-Verbände skeptisch nach Ratzingers Papst-Wahl - Auch Friedensnobelpreisträger Tutu für neuen Kurs der Kirche

Agence France-Presse - April 20, 2005


Rom, 20. April (AFP) - Der neue Papst Benedikt XVI. wird nach Befürchtung von Schwulen- und Aidshilfe-Verbänden ebenso vehement wie sein Vorgänger Johannes Paul II. gegen den Einsatz von Verhütungsmitteln zur Vorbeugung der tödlichen Immunmschwächekrankheit Aids eintreten. Schon als Vorsitzender der Glaubenskongregation sei der deutsche Kardinal Joseph Ratzinger "heftig schwulenfeindlich" aufgetreten, klagte der Ehrenpräsident des italienischen Schwulenverbandes Arcigay, Franco Grillini, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Bisherige Stellungnahmen der katholischen Kirche hätten verhindert, dass Kondome benutzt würden, und dadurch zur Verbreitung vom Aids beigetragen: "Wir sind in sehr großer Sorge."

Der südafrikanische Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu sagte AFP, er hoffe, dass der neue Papst sich um das Aids-Problem kümmern werde. Das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche solle das "Verbot von Präservativen" noch einmal überprüfen, sagte der zur Anglikanischen Kirche zählende Bischof. Die Nichtregierungsorganisation Marie Stopes International in London reagierte ebenfalls besorgt: "Es scheint, dass dieser Kardinal die Linie von Johannes Paul II. in Bezug auf Empfängnisverhütung, Kondome und Aids-Vorsorge fortsetzen wird", betonte der Sprecher der Organisation, Tony Kerrigan, in London. "Das ist bedauerlich, weil es so einen schrecklichen Einfluss auf das Leben von Millionen von Menschen vor allem in den Entwicklungsländern haben wird."

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