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Katholische Würdenträger in Afrika begrüßen Wahl Ratzingers - Kontinuität vom Papst erwartet - Aids-Aktivisten besorgt

Agence France-Presse - April 20, 2005


Lagos, 20. April (AFP) - Würdenträger der katholischen Kirche in mehreren Ländern Afrikas haben am Mittwoch die Wahl von Kardinal Joseph Ratzinger zum neuen Papst begrüßt, während Aids-Aktivisten mit Skepsis reagierten. Die Bischofskonferenz der Demokratischen Republik Kongo erklärte, die Wahl Ratzingers sei ein "bedeutendes Zeichen der Kontinuität". Die Demokratischen Republik Kongo ist das afrikanische Land mit den meisten Katholiken. Der kenianische Erzbischof Raphael Ndingi Mwana'a Nzeki sagte, er sei "sehr erfreut" über die Wahl des engen Vertrauten von Johannes Paul II. Er sei "absolut überzeugt", dass der neue Papst dessen Linie folgen werde.

Der Bischof von Rumbek im vom Bürgerkrieg betroffenen Südsudan, Caesar Mazzolari, bezeichnte Ratzinger als "besten Nachfolger" für Johannes Paul II. Kein anderer Kardinal habe eine so tiefe Einsicht in die Kirche und die Gesellschaft wie der neue Papst. Ratzingers oft behauptete konservative Einstellung sei nicht wesentlich; vielmehr glaube er, dass der Papst der Kirche eine "sehr starke Grundfeste" geben werde, sagte Mazzolari. Auch ein Sprecher des Katholischen Sekretariats in Nigeria verteidigte Benedikt XVI. und seinen Vorgänger gegen Vorwürfe des Ultra-Konservatismus. Aufgabe des Papstes sei es, die Menschen beim "Aufrechterhalten ihrer sittlichen Werte" zu unterstützen.

Verhaltene Äußerungen kamen dagegen von AIDS-Aktivisten. Der Vorsitzende der nigerianischen Aids-Allianz, Mohammed Farouk, zeigte sich besorgt, dass bei einer anhaltend konservativen Linie der katholischen Kirche die Ausbreitung von HIV und Aids in Afrika weiter zunehme. Efraim Tresoldi von der südafrikanischen Bischofskonferenz sagte, er glaube nicht, dass die katholische Kirche unter Benedikt XVI. ihre Einstellung zum Gebrauch von Kondomen ändern werde. In Afrika leben rund 165 Millionen Katholiken. Ein Großteil von ihnen ist konservativ und lehnt eine Liberalisierung der katholischen Kirche ab.

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen drohen sich in den kommenden 20 Jahren knapp 90 Millionen Menschen in Afrika mit dem HI-Virus anzustecken. Seit dem massenhaften Ausbruch der Immunschwächekrankheit Anfang der achtziger und bis 2025 werden demnach bis zu 83 Millionen Afrikaner daran gestorben sein.

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