agence france-presse
click here to return to agence france-presse main menu
DonateNow




Afrika will nicht draußen vor der Tür bleiben - Ärmster Kontinent sieht Milliardenspenden nach Asien wandern - Aids, Malaria, Hunger: Zehntausende Kinder sterben jede Woche

Agence France-Presse - Januar 7, 2005
Gérard Vandenberghe

Nairobi, 7. Januar (AFP) - Die Flut in Südasien hat die Weltöffentlichkeit in beispielloser Weise mobilisiert - und droht andere Krisenregionen vergessen zu machen. Spenden in Milliardenhöhe gehen nach Asien, anderswo haben die Menschen Angst vor ausbleibenden Hilfen. Vor diesem Problem hat nun auch ausdrücklich UN-Nothilfekoordinator Jan Egeland gewarnt. In Kongo und Sudan stürben jedes Jahr genausoviele Menschen wie in den Tsunami-Ländern, betonte er in New York. Auch mit ihnen sollte die Welt Mitleid haben. Aids, Malaria, Hunger - die Geißeln Afrikas sind weniger spektakulär, aber genauso mörderisch. Die dortigen Regierungen geben sich derzeit noch zurückhaltend, doch Experten raten ihnen, um mehr Hilfe im Kampf gegen Krankheit und Armut zu kämpfen.

"Ich bin sehr zufrieden mit der Reaktion der Welt auf die Not der Tsunami-Opfer, aber ich mache mir mehr und mehr Sorgen über all die anderen Notsituationen, die vergessen und vernachlässigt werden", sagte Egeland. Der "Geist der Großzügigkeit" möge sich doch auch auf Afrika erstrecken, bat seinerseits Großbritannien Premierminster Tony Blair zu Beginn der britischen Präsidentschaft im G8, dem Club der reichsten Länder der Erde. Zehntausende Kinder müssten jede Woche in Afrika sterben. Tatsächlich können Afrikas Krisengebiete nicht an einer Hand abgezählt werden: Ob Kongo oder Somalia, Äthiopien oder Erithrea, Darfour oder Uganda - täglich leiden, hungern und sterben Menschen.

Am Sitz der Afrikanischen Union (AU) in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba mag niemand eine Verbindung zwischen Afrika und Asien herstellen. Es gebe schon seit Jahren "einen Rückgang der staatlichen Entwicklungshilfe", stellt Unionssprecher Adam Thiam fest. "Wir glauben nicht, dass diese gewaltige Solidarität mit Asien auf Kosten der Unterstützung Afrikas geht", sagt der Sprecher und weist darauf hin, dass die Union eine symbolische Spende von 100.000 Dollar für die Flutopfer geleistet hat. Übrigens ist auch Afrika nicht von den Tsunamis verschont geblieben: 300 Menschen starben in Somalia, an den Ostküsten und auf den Seychellen gab es beträchtlichen Schaden.

"In Asien geht es um ein einmaliges Ereignis, wir haben dagegen sehr viel strukturiertere Beziehungen zu unseren Partnern", versucht Thiam zu erläutern. So ernährt das Welternährungsprogramm (WFP) täglich 5,1 Million Menschen in Äthiopien und will 2005 für die Zivilbevölkerung in der Bürgerkriegsregion Darfour im Westen Sudans 438 Millionen Dollar aufwenden. Eine Umleitung von Hilfsgeldern sei nicht geplant, sagt WFP-Sprecherin Lauro Melo in Nairobi. In Darfour sind 2,1 Million Menschen Opfer von Hunger und Gewalt. Doch vor den Flutwellen in Asien hatte die UNO für Sudan noch 1,5 Milliarden Dollar Hilfe gefordert, davon 600 Millionen für Darfour. Ob diese Hilfe noch zustande kommt ist mittlerweile fraglich.

Auch in Südafrika sollen die Probleme der Nachbarstaaten nicht vergessen werden. "Wir werden die Notwendigkeit nicht aus den Augen verlieren, Afrika aus dem Teufelskreis von Armut und Unterentwicklung herauszubringen", sagt Mbulelo Musi, Sprecher einer Regierungsmission, die sich um Hilfe für die Flutopfer am Indischen Ozean kümmert. Doch der kenianische Wirtschafswissenschaftler Robert Shaw warnt vor einer "Umleitung von Energie und Ressourcen". Die afrikanischen Regierungschefs sollten "laut rufen, um an all die Probleme zu erinnern, die es durch Malaria und Aids in der Dritten Welt und vor allem in Afrika gibt".

050107
AF050112_DE


© Agence France-Presse 2005. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt.   http://www.afp.com/

AEGiS is a 501(c)3, not-for-profit, tax-exempt, educational corporation. AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, Elton John AIDS Foundation, the National Library of Medicine, Bridgestone Firestone Trust Fund, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2005. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.

©1990, 2005 - AEGiS. AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.