Johannesburg, 6. Januar (AFP) - Der älteste Sohn des früheren südafrikanischen Präsidenten Nelson Mandela ist an Aids gestorben. Sein Sohn Makgatho sei der Immunschwächekrankheit zum Opfer gefallen, sagte der 86-Jährige am Donnerstag vor Reportern in seinem Haus in Johannesburg. Der 54 Jahre alte Rechtsanwalt Makgatho Mandela war bereits seit Wochen auf der Intensivstation einer Klinik in Johannesburg behandelt worden. Mit ihm verliert der seit Jahren im Kampf gegen Aids aktive Mandela seinen zweiten Sohn: Sein jüngerer Sohn Thembekile war 1969 bei einem Autounfall ums Leben gekommen, während er selbst als Kämpfer gegen das Apartheid-Regime inhaftiert war.
"Schon seit langem sage ich: 'Lasst uns Aids öffentlich machen und es nicht verstecken'", sagte Mandela bei der Bekanntgabe der Todesnachricht. Nur wenn offen mit HIV umgegangen werde, "werden die Leute aufhören, es als eine Krankheit anzusehen, die nur diejenigen trifft, die in die Hölle kommen". In Südafrika ist jeder vierte Erwachsene von der Krankheit betroffen. Dass Prominente einen Fall von Aids in der eigenen Familie öffentlich bekannt geben wie jetzt Mandela, hat in Südafrika Seltenheitswert.
Makgatho Mandela hatte ein zurückgezogenes Leben jenseits der Öffentlichkeit geführt. Er entstammte ebenso wie sein früh verstorbener Bruder und seine Schwester Maki Mandelas erster Ehe mit seiner Frau Evelyn, die im vergangenen Jahr starb. Nelson Mandela hat außerdem noch zwei Töchter aus seiner zweiten Ehe mit Winnie Madikizela-Mandela, von der er sich 1992 scheiden ließ: Zindzi und Zenani. Makgatho Mandelas Frau Zondi starb 2003 an einer Lungenentzündung. Der Anwalt arbeitete zuletzt in der Rechtsabteilung der Standard Bank, Südafrikas größter Finanzeinrichtung. Er hinterlässt vier Söhne: Mandla aus seiner ersten Ehe sowie Ndab (21), Mbuso (13) und Andile (11) aus seiner zweiten Ehe mit Zondi.
Laut seinem Biografen Anthony Sampson hatte Mandela während seiner Zeit im Gefängnis wenig Kontakt zu seinem Ältesten. Der frühere Staatschef nannte seinen jetzt verstorbenen Sohn einen "lieben Jungen", zu dessen Schwächen allerdings gehöre, auch bei ernsthaften Familienproblemen nicht zu schreiben.
Mandela saß 27 Jahre in einer winzigen Zelle, die meiste Zeit auf der Gefängnisinsel Robben Island vor Kapstadt. Kurz nach seiner Freilassung im Februar 1990 setzte Mandela in dem von ihm geführten Afrikanischen Nationalkongress (ANC) die Beendigung des bewaffneten Kampfes durch. Er erreichte, dass die Organisation zusammen mit der weißen Minderheit eine "Regierung der nationalen Versöhnung" bildete. 1994 wurde er zum ersten schwarzen Präsidenten nach jahrhundertelanger Vorherrschaft der Weißen gewählt.
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