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Alle Schwangeren sollten HIV-Test machen - Übertragung auf Kind kann weitgehend verhindert werden

Agence France-Presse - November 30, 2004


Berlin, 30. November (AFP) - Frauenärzte sollten allen Schwangeren grundsätzlich einen HIV-Test anbieten, um eine mögliche Infizierung festzustellen und die Übertragung auf das ungeborene Kind zu verhindern. Es gebe in Deutschland immer noch vermeidbare Übertragungen von der Mutter auf das Kind, weil von Ärzteseite nicht über einen Aidstest gesprochen werde, sagte der Aidsexperte des Robert-Koch-Instituts, Ulrich Marcus, der Nachrichtenagentur AFP mit Blick auf den Welt-Aids-Tag am Mittwoch. Dieser hat n diesem Jahr den Schwerpunkt auf "Frauen, Mädchen, HIV und Aids".

Im Falle eines positiven Testergebnisses bei der Schwangeren könne die Übertragung auf das Baby durch eine entsprechende Behandlung weitgehend ausgeschlossen werden, sagte Marcus. Entweder muss die Schwangere selbst schon behandelt werden und erhält anti-retrovirale Medikamente, die gleichzeitig eine Übertragung auf das ungeborene Kind verhindern helfen. Auch wenn die Frau nicht behandlungsbedürftig ist, wird zum Schutz des Kindes im dritten Schwangerschaftsdrittel eine Behandlung vorgenommen, um die Viruskonzentration im Blut der Mutter zu senken. Zudem solle die Frau unbedingt über einen Kaiserschnitt entbinden, weil die größte HIV-Übertragungsgefahr bei der normalen Geburt bestehe, sagte der RKI-Experte. Zusätzlich werden die Neugeborenen dann in den ersten Lebenswochen vorbeugend behandelt.

Wegen der Möglichkeiten, die HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind zu verhindern, müsse einer infizierten Frau nicht prinzipiell von einer Schwangerschaft abgeraten werden, betonte Marcus.

Nach Angaben der UNO haben die HIV-Infektionen bei Frauen weltweit einen neuen Höchststand erreicht. Von 39,4 Millionen HIV-Infizierten sind inzwischen fast die Hälfte Frauen. In Deutschland ist jeder fünfte mit dem Immunschwächevirus infizierte Mensch eine Frau.

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