agence france-presse
click here to return to agence france-presse main menu
DonateNow




ai: Schwere Folgen für Vergewaltigungsopfer des Kongo-Bürgerkriegs - Organisation fordert Krisenprogramm in der Region

Agence France-Presse - Oktober 26, 2004


Berlin, 26. Oktober (AFP) - Auch mehr als eineinhalb Jahre nach Ende des Bürgerkriegs im Osten der Demokratischen Republik Kongo leiden von den Zehntausenden Vergewaltigungsopfern immer noch unzählige an so schweren Folgen, dass das Gesundheitssystem in der Region völlig zusammengebrochen ist. Dies berichtete die Menschenrechtsorganisation Amnesty International (ai) am Dienstag in Berlin. Nach ihren Angaben sterben immer noch viele Opfer an ihren Verletzungen, weil ihnen jegliche medizinische Betreuung fehlt. Die Organisation forderte die internationale Staatengemeinschaft und die Übergangsregierung in Kinshasa zur Schaffung eines Krisen-Sofortprogramms für die Region auf.

Während des jahrelangen Kriegs um die Kontrolle über die Region hätten rund 20 Kriegsparteien aus vier Ländern Zehntausende von Frauen, Mädchen und auch Männern systematisch und mit großer Brutalität vergewaltigt. Die sexuelle Gewalt diente demnach auch als bewusste Kriegsstrategie. In ihrem 67-seitigen Bericht zitiert ai zahlreiche erschütternde Aussagen von Betroffenen. So wurden kranke, schwangere und behinderte Frauen regelmäßig vergewaltigt, andere dienten den Kämpfern monate- oder jahrelang als Sexsklavinnen. Viele Opfer seien mit Bayonetten, angespitzten Stöcken, Glasscherben, rostigen Nägeln und Steinen gequält sowie während oder nach den Vergewaltigungen oftmals im Genitalbereich angeschossen worden.

Laut ai haben in den betroffenen Regionen Ituri sowie Nord- und Süd-Kivu Geschlechtskrankheiten und HIV-Infektionen stark zugenommen. Neben ärztlicher bräuchten viele Frauen auch dringend psychologische Betreuung, erklärte ai-Expertin Andrea Riethmüller. Doch herrsche in der Region ein massiver Mangel an Ärzten, Krankenschwestern, medizinischen Geräten und Medikamenten. Riethmüller erinnerte die Regierung von Joseph Kabila an ihre Verpflichtung gegenüber den Menschen in der Region. Vor mehr als eineinhalb Jahren sei sie mit "erheblicher internationaler politischer und finanzieller Unterstützung" ins Amt gehoben worden. Nun sei es höchste Zeit, dass sie wenigstens beginne, "die Leiden der traumatisierten Zivilbevölkerung zu lindern".

041026
AF041095_DE


© Agence France-Presse 2004. Der Inhalt dieser Seiten ist urheberrechtlich geschützt. Die Nachrichten sind nur für die persönliche Information bestimmt. Jede weitergehende Verwendung, insbesondere die Speicherung in Datenbanken, Veröffentlichung, Vervielfältigung und jede Form von gewerblicher Nutzung sowie die Weitergabe an Dritte - auch in Teilen oder in überarbeiteter Form - ohne Zustimmung von AFP Agence France-Presse sind untersagt.   http://www.afp.com/

AEGiS is a 501(c)3, not-for-profit, tax-exempt, educational corporation. AEGiS is made possible through unrestricted grants from Boehringer Ingelheim, Elton John AIDS Foundation, the National Library of Medicine, Bridgestone Firestone Trust Fund, and donations from users like you. Always watch for outdated information. This article first appeared in 2004. This material is designed to support, not replace, the relationship that exists between you and your doctor.

©1990, 2004 - AEGiS. AEGiS presents published material, reprinted with permission and neither endorses nor opposes any material. All materials appearing on AEGiS are protected by copyright as a collective work or compilation under U.S. copyright and other laws and are the property of AEGiS, or the party credited as the provider of the content.