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Deutscher infizierte in Thailand womöglich hunderte Frauen mit HIV - 54-Jähriger wegen Visumsdelikts in Untersuchungshaft

Agence France-Presse - Oktober 18, 2004


Chaiyaphum, 18. Oktober (AFP) - Im Norden Thailands sitzt ein Deutscher in Untersuchungshaft, der hunderte Frauen mit dem HI-Virus infiziert haben soll. Das Gericht in Chaiyaphum entschied am Montag, Hans-Otto Sch. wegen eines Visumsdeliktes für einen Monat festzusetzen. Ihm droht die Abschiebung nach Deutschland oder eine Gefängnisstrafe von bis zu zwei Jahren. Wegen seines sexuellen Verhaltens können die Behörden den 54-Jährigen nach eigenen Angaben nicht belangen. Seiner Festnahme ging eine Kampagne voraus, in der Frauen und Mädchen mit Flugblättern und Aushängen vor Sex mit ihm gewarnt wurden.

Der in der vergangenen Woche festgenommene frühere Seemann sagte der Nachrichtenagentur AFP, er habe sich vor drei Jahren in Thailand mit HIV infiziert. Seither habe er mit hunderten Frauen geschlafen, ohne Kondome zu benutzen. Einem Aids-Test wollte er sich nicht unterziehen, so dass nicht zweifelsfrei feststand, dass er infiziert ist. Seine thailändische Lebensgefährtin ist schwer an der Immunschwäche erkrankt. Vor Gericht machte der beinamputierte 54-Jährige einen sichtlich gestörten Eindruck. Vor Journalisten sagte er, er habe Geschlechtsverkehr mit tausend Frauen gehabt.

Nachbarn berichteten, der Deutsche sei durch die Stadt gefahren und habe Schülerinnen viel Geld für Sex geboten. Einige Opfer habe er sich auch in Karaoke-Bars gesucht. Er selbst erklärte, er wirke wie eine Droge auf Frauen. Seine Inhaftierung bezeichnete er als "Skandal".

Nach Angaben der Gesundheitsbehörden ist das Ausmaß der Tragödie noch unklar. Seine Lebensgefährtin habe ausgesagt, dass er mit mindestens 90 Frauen geschlafen habe. Möglicherweise habe er jedoch mit bis zu 400 Frauen und Mädchen Sex gehabt. Viele weigerten sich, einen Aids-Test zu machen. Um die Mädchen und Frauen von Chaiyaphum zu warnen, druckten die Behörden 2000 Flugblätter. In dem Bezirk mit 50.000 Einwohnern wurden dieses Jahr 234 neue HIV- und Aids-Fälle registriert. 2003 waren es 535 neue Fälle gewesen.

Die Behörden werfen Sch. vor, sein 30 Tage gültiges Visum um drei Jahre überzogen zu haben. Er selbst erklärte nach der halbstündigen Anhörung, er habe kein Verbrechen begangen. "Es gibt keine Gerechtigkeit in Thailand", sagte er vor der Presse, bevor er abgeführt wurde. Der nächste Gerichtstermin wurde für den 15. November angesetzt.

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