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Prodi kritisiert Libyen wegen Todesurteil für Bulgarierinnen - Schröder: Werde mit Gaddafi darüber sprechen

Agence France-Presse - August 13, 2004


Brüssel/Sofia, 13. August (AFP) - EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat sich erneut besorgt über das Schicksal von fünf bulgarischen Krankenschwestern geäußert, die in Libyen zum Tode verurteilt worden sind. In einem Telefongespräch mit dem libyschen Revolutionsführer Muammar el Gaddafi habe Prodi deutlich gemacht, dass die Kommission das Urteil als Hindernis auf dem Weg zu normalen Beziehungen zwischen EU und Libyen betrachte, sagte ein Sprecher am Freitag in Brüssel. Gaddafi habe Prodis Besorgnis "zur Kenntnis genommen".

Anfang Mai hatte ein libysches Gericht einen palästinensischen Arzt und fünf bulgarische Krankenschwestern für schuldig befunden, Kindern in einem Kinderkrankenhaus HIV-verseuchtes Blut verabreicht zu haben. 46 Kinder starben, 380 weitere wurden infiziert. Die Angeklagten wurden zum Tod durch Erschießen verurteilt.

Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder äußerte seine Sorge über das Schicksal der Verurteilten. Sollte er tatsächlich wie geplant nach Tripolis reisen, werde er "diese Frage ansprechen", sagte Schröder bei einem Treffen mit dem bulgarischen dem bulgarischen Ministerpräsidenten Simeon Sakskoburggotski. Er habe bereits im Mai gegenüber Gaddafi "sehr deutlich gemacht, dass wir eine humanitäre Lösung dieses Problems wollen und für richtig halten". Der Kanzler war am Freitag in Bulgarien eingetroffen, der zweiten und letzten Station seiner Reise nach Südosteuropa.

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