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Experten: Durch Aids-Prävention 25.000 HIV-Infektionen vermieden - Aber Schutzverhalten sinkt - BZgA bekämpft Tabak und Alkopops

Agence France-Presse - August 5, 2004


Köln, 5. August (AFP) - Durch die nationale Vorbeugungskampagne "Gib Aids keine Chance" sind seit 1987 rund 25.000 HIV-Infektionen vermieden worden; allerdings nimmt das Schutzverhalten in Risikogruppen in jüngster Zeit ab. Dies geht aus dem neuen Dreijahresbericht hervor, den die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) unter dem Motto "Prävention wirkt" am Donnerstag in Köln vorlegte. Demnach zeigen Modellrechnungen, dass als Folge der umfangreichen Angebote zur Aids-Prävention jährlich rund 450 Millionen Euro für das deutsche Gesundheitswesen eingespart werden. Zugleich ergab jedoch eine Befragung, dass 2003 nur noch 78 Prozent der Menschen mit mehreren Sexualpartnern Kondome benutzten; 2001 waren es noch 83 Prozent.

Neben der Aids-Prävention will die Bundeszentrale nach eigenen Angaben auch künftig gezielt über die Gefahren von Tabak und Alkohol aufklären. So soll durch die neue Nichtraucherkampagne "rauchfrei" vor allem Jugendlichen das Nichtrauchen als Teil eines attraktiven Lebensstils vermittelt werden. Angesichts von jährlich 140.000 Todesfällen durch Tabakkonsum und rund 17 Milliarden Euro Kosten im Gesundheitswesen sei das Rauchen "kein harmloses Freizeitvergnügen einzelner, sondern ein Suchtproblem vieler". Laut BZgA lassen allerdings erste Auswertungen einer aktuellen Studie über Drogenaffinität Rückschlüsse auf eine Abnahme der Raucherquote bei Jugendlichen zu. Die Untersuchung soll nächsten Monat veröffentlicht werden.

Die Mehreinnahmen aus der neuen Steuer auf Alkopops will die Bundeszentrale für die Entwicklung eines Stufenkonzepts verwenden, das im Zuge einer Kampagne gegen Alkoholkonsum durch Jugendliche besonders ein Ausweichen auf andere, billigere Alkoholgetränke verhindern soll. Zwei Repräsentativbefragungen der BZgA hatte im vergangenen Jahr ergeben, dass fast jeder Zweite der 3,8 Millionen Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren mindestens einmal im Monat Alkopops konsumiert. Die stark alkoholhaltigen Süßgetränke werden seit Anfang des Monats mit einer Sondersteuer belegt. Dadurch steigt der Flaschenpreis um 80 bis 90 Cent.

Zudem will die Bundeszentrale mit ihren Aufklärungsprojekten verstärkt Menschen mit niedrigem Bildungsniveau oder in schwieriger sozialer Lage ansprechen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen den Angaben zufolge, dass die Lebenserwartung von Frauen aus unteren sozialen Schichten um fünf Jahre, von Männern sogar um zehn Jahre kürzer ist als bei Menschen im oberen Viertel der Einkommensskala. Ein Kind aus der untersten sozialen Schicht hat demnach ein doppelt so hohes Risiko, bereits vor dem 15. Lebensjahr zu sterben, als ein Kind aus der obersten Schicht.

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