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UNO: Mehr als 18 Millionen Aids-Waisen im südlichen Afrika bis 2010 - Erneute Proteste bei Konferenz in Bangkok

Agence France-Presse - Juli 13, 2004


Bangkok, 13. Juli (AFP) - Die Immunschwächekrankheit Aids wird nach Angaben der Vereinten Nationen bis zum Jahr 2010 mehr als 18 Millionen Kinder im südlichen Afrika zu Waisen machen. Das Waisenproblem werde das "schwerste Vermächtnis" der Epidemie sein, warnte die Direktorin des UN-Kinderhilfswerks UNICEF, Carol Bellamy, am Dienstag bei der 15. Welt-Aids-Konferenz in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Die Zahl der Kinder weltweit, die durch Aids einen oder beide Elternteile verloren, stieg demnach von 11,5 Millionen im Jahr 2001 auf 15 Millionen im vergangenen Jahr. "Das Schlimmste könnte immer noch vor uns liegen", betonte Bellamy, die mit der US-Entwicklungshilfeorganisation USAID den Bericht "Kinder am Rande des Abgrunds 2004" vorstellte.

Die Konferenz wurde wie schon am Vortag von Protesten gestört. Rund ein dutzend Aktivisten von der französischen Gruppe Act Up zogen auf, als der französische Minister für Entwicklung und Zusammenarbeit, Xavier Darcos, eine Rede halten wollte. Die Demonstranten hielten ein Plakat hoch mit der Aufschrift "G8 muss zahlen". Auch die Rede des Vorsitzenden des US-Pharmakonzern Pfizer, Hank McKinnell, wurde unterbrochen. Rund 50 Act-Up-Aktivisten und andere Demonstranten riefen Slogans wie "Befreit die Menschen, durchbrecht die Patente". Die Demonstranten machen Pfizer und anderen Unternehmen für den Tod zahlreicher Aids-Kranker verantwortlich und werfen ihnen vor, durch das Beharren auf dem Patentschutz für bestimmte Medikamente die Nachahmung durch Billigkonkurrenten zu verhindern.

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