Bangkok, 12. Juli (AFP) - Zu Beginn ihrer Beratungen bei der 15. Welt-Aids-Konferenz in Thailand haben Forscher und Fachleute die unzureichenden Geldmittel im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit kritisiert. Die Programme zur Vorsorge und Behandlung müssten erheblich verstärkt werden, "aber das wird sehr teuer sein", sagte der Vorsitzende des Weltfonds für den Kampf gegen Aids, Tuberkulose und Malaria, Richard Feachem, am Montag in der thailändischen Hauptstadt Bangkok. Der Vizepräsident der Weltbank in Europa, Jean-François Richard, bemängelte, die internationale Gemeinschaft löse internationale Probleme wie Aids "sehr langsam und ineffizient".
Das UN-Programm UNAIDS benötigt nach eigenen Angaben bis 2007 jährlich 20 Milliarden Dollar (über 16 Milliarden Euro) zum Kampf gegen die Immunschwächekrankheit. Derzeit sei die Gemeinschaft "weit entfernt" von dieser Summe, sagte Richard. Möglicherweise werde sogar noch mehr Geld gebraucht. Nach Einschätzung des Weltbankvertreters könnten sich die weltweiten Gesundheitskosten einschließlich Aids pro Jahr auf bis zu 40 Milliarden Dollar summieren. Im Vergleich dazu würden alljährlich mehr als 900 Milliarden Dollar für das Militär ausgegeben, betonte Richard. Viel Geld könnte auf andere globale Probleme wie Aids umverteilt werden: Es sei da, aber die Länder seien nicht dazu bereit, es in andere Töpfe zu geben, kritisierte der Finanzexperte.
Weltweit sind nach UN-Schätzungen rund 38 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Am schlimmsten betroffen sind nach wie vor die afrikanischen Länder südlich der Sahara, wo rund 25 Millionen Infizierte leben. Seit der Entdeckung des HI-Virus in den USA 1981 starben weltweit 20 Millionen Menschen an Aids.
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