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Annan warnt vor Aids-Pandemie in Asien - 15. Welt-Aids-Konferenz beginnt in Bangkok

Agence France-Presse - Juli 11, 2004


Bangkok, 11. Juli (AFP) - Kurz vor der Eröffnung der 15. Welt-Aids-Konferenz in Bangkok hat UN-Generalsekretär Kofi Annan vor einer Aids-Pandemie in Asien gewarnt. Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit stehe Asien an einem Wendepunkt, sagte Annan am Sonntag vor Regierungsvertretern der Region. Er warnte vor einer Umkehrung des wirtschaftlichen Erfolges des Kontinents, sollte die Verbreitung des HI-Virus nicht eingedämmt werden. Nach Angaben von Experten könne sich Aids in Asien in den kommenden drei Jahren zu einer Pandemie auswachsen, wenn die regionalen Regierungen nicht entschieden vorgingen. Es drohe eine Pandemie, die das Wüten des Virus in der Sub-Saharazone übertreffe. Eine massenhafte Verbreitung von HIV und Aids in China, Indien und Indonesien, die zusammen rund 40 Prozent der Weltbevölkerung ausmachten, wäre katastrophal.

"Hier in Asien steht HIV/Aids an einem Wendepunkt. Aber lassen sie uns deutlich sagen: Wie Sie diese Herausforderung annehmen, wird die Zukunft der Region beeinflussen", sagte Annan. In den vergangenen Jahrzehnten hätten mehr Menschen in Asien und im Pazifikraum aus der Armut herausgefunden, als in anderen Teilen der Welt, und mehr, als zu jeder Zeit vorher. Das habe "die ganze Welt beeindruckt". Dieser Erfolg dürfe durch Aids nicht umgekehrt werden.

Die 15. Welt-Aids-Konferenz ist die größte Veranstaltung, die bislang zu der Immunschwächekrankheit stattgefunden hat. Erwartet werden rund 20.000 Teilnehmer aus aller Welt, darunter Wissenschaftler, Regierungsmitarbeiter, Hilfsorganisationen und Aidskranke. Bei der Konferenz unter dem Motto "Zugang für alle" soll es vor allem darum gehen, wie die rund drei Millionen Aidskranken in Entwicklungsländern bis Ende kommenden Jahres mit Medikamenten gegen das HI-Virus versorgt werden können.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) leben weltweit 38 Millionen Menschen mit dem Virus. Mehr als 20 Millionen Menschen sind seit dem Bekanntwerden der ersten Aids-Fälle 1981 an der Krankheit gestorben. Die Konferenz dauert bis Freitag.

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