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WHO mahnt zu Bereitstellung von Aids-Medikamenten für Dritte Welt - Bis Ende 2005 Behandlung von drei Millionen Menschen geplant

Agence France-Presse - Juli 10, 2004


Bangkok, 10. Juli (AFP) - Kurz vor der Welt-Aids-Konferenz in Bangkok hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu rascherer Hilfe für Opfer der Immunschwächekrankheit in der Dritten Welt gemahnt. Das Ziel, bis Ende 2005 rund drei Millionen Menschen in Entwicklungsländern mit Aids-Medikamenten zu versorgen, sei gefährdet, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten WHO-Bericht. Die WHO hatte das Ziel zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember vergangenen Jahres verkündet. Nach sechs Monaten hätten jedoch statt der angepeilten 500.000 nur rund 440.000 Menschen eine Behandlung erhalten.

Dies seien jedoch doppelt so viele Menschen wie vor zwei Jahren. Die WHO sei darum trotz des gefährdeten Zeitplans zuversichtlich, ihr Ziel zu erreichen. "Alles andere wäre keine angemessene Antwort auf die größte derzeitige gesundheitspolitische Herausforderung", hieß es in dem Bericht. Bereits in den ersten Wochen nach Start des Programms hätten 56 Länder die WHO um Hilfe beim Kampf gegen Aids gebeten. Die WHO betonte, es seien weitere 100.000 Helfer notwendig. Insgesamt seien bis Ende 2005 rund 5,5 Milliarden Dollar für die Behandlung der angestrebten drei Millionen Menschen notwendig.

Ab Sonntag kommen rund 20.000 Teilnehmer in Bangkok zur 15. Welt-Aids-Konferenz zusammen, um über Maßnahmen im Kampf gegen Aids vor allem in Entwicklungsländern zu beraten. Weltweit leben laut UN-Angaben zurzeit weltweit rund 38 Millionen Menschen mit der Krankheit. Allein im vergangenen Jahr haben sich fast fünf Millionen Menschen mit dem HI-Virus angesteckt. Am schlimmsten betroffen sind nach wie vor die afrikanischen Länder südlich der Sahara, wo rund 25 Millionen Infizierte leben. Jedoch breitet sich die Krankheit auch in Asien oder Osteropa schnell aus.

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