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Bedrohlich steigende Aidsraten in Osteuropa und Ex-Sowjetrepubliken - UNO warnt vor schwerwiegenden Folgen für Entwicklung

Agence France-Presse - Februar 17, 2004


Moskau, 17. Februar (AFP) - Nachfolgestaaten der Sowjetunion und einige Staaten Osteuropas sind nach Angaben der UNO von einem alarmierenden Anstieg der Aidsraten betroffen und dadurch in ihrer weiteren Entwicklung bedroht. Das UN-Entwicklungsprogramm (UNDP) legte am Dienstag in Moskau einen Bericht über die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit in 28 Ländern vor. Demnach verzeichnen Russland, die Ukraine, Weißrussland und Moldawien den stärksten Anstieg von Infektionsfällen. Auch die Situation in der Baltenrepublik Estland sei Besorgnis erregend: Dort waren dem Bericht zufolge im Jahr 2002 bei nur 1,4 Millionen Einwohnern mehr als 2750 Menschen mit dem HI-Virus infiziert. Eher niedrige Aidsraten werden laut UNDP in den meisten Ländern Mittel- und Südosteuropas verzeichnet.

Insgesamt stieg die Zahl der Aidsinfizierten in den 28 Ländern nach Schätzungen des UNDP von einer Million Ende 2001 auf 1,2 bis 1,8 Millionen Ende vergangenen Jahres. Besonders verbreitet ist Aids demnach unter jungen, drogenabhängigen Männern, die sich Rauschgift spritzen, sowie deren Sexualpartnern. Vor allem die Ausbreitung der Krankheit in Russland, der Ukraine und in Estland sei bedrohlich. "Ein Prozent (oder mehr) der erwachsenen Bevölkerung dieser Länder könnten bereits infiziert sein", heißt es in dem Bericht. Die von den Behörden genannte Zahl von rund 250.000 Infizierten in Russland sei bei weitem zu niedrig.

Nur wenige Aidspatienten haben laut UNDP Zugang zu einer ordentlichen Behandlung. Von etwa 80.000 Patienten, die derzeit dringend Medikamente benötigten, erhielten gerade 7000 eine Aidstherapie. Wenn nicht sofort, schnell und entschieden gehandelt werde, "dann droht Aids die Fortschritte der menschlichen Entwicklung in den Ländern Osteuropas und der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zu unterminieren und sogar rückgängig zu machen", heißt es in dem Bericht. So sei auch das Wirtschaftswachstum durch die Ausbreitung der Immunschwächekrankheit ernsthaft bedroht. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könne in einigen Ländern durch die Folgen von Aids um ein Prozent schrumpfen.

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