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Erstmals wird in Deutschland ein Aids-Impfstoff getestet - Bisherige Versuche in anderen Ländern alle erfolglos

Agence France-Presse - Februar 16, 2004


Berlin, 16. Februar (AFP) - In Deutschland wird erstmals ein Impfstoff gegen die Immunschwächekrankheit Aids getestet. Am Montag fiel in Berlin der Startschuss zu einer groß angelegten Studie, die binnen acht Jahren ein Serum gegen den vor allem in Asien und Afrika verbreiteten Virustyp C erproben soll. Bei einem Erfolg könnte der Impfstoff theoretisch auch in Europa und damit in Deutschland genutzt werden.

In einer ersten, rund ein Jahr dauernden Phase der Untersuchungen wird der Impfstoff an Probanden in Deutschland und Belgien auf seine allgemeine Verträglichkeit beim Menschen getestet. Unter anderem soll der gentechnisch hergestellte Impfstoff an den Univeritätskliniken in Hamburg und Bonn an insgesamt 50 Versuchspersonen verabreicht werden. Zuvor war er bereits erfolgreich an Affen erprobt worden.

Erst in einer zweiten und dritten Phase wird der Stoff namens tgAAC09 an eine größere Testgruppe in den Entwicklungsländern verabreicht. Es ist der erste Test eines Impfstoffs, der mit einer einzelnen Injektion verabreicht werden kann. Der Impfstoff wäre deshalb nach Ansicht der beteiligten Forscher gut für Entwicklungsländer geeignet, da schnell und ohne mehrere Besuche in abgelegenen Regionen behandelt werden könnte. Die rund 200.000 Euro teure Testreihe wird von der US-Organisation International Aids Vaccine Initiative (IAVI) finanziert.

Weltweit gibt es derzeit rund 30 Testreihen, in denen AIDS-Impfstoffe erprobt werden oder wurden. Die bereits abgeschlossenen waren allesamt erfolglos. Erst seit wenigen Jahren wird auch verstärkt an Impfstoffen speziell für den in Entwicklungsländern verbreiteten HIV-Typ geforscht. Der nun untersuchte Impfstoff könnte nach Angaben der Forscher aber in einem zweiten Schritt auch auf die HI-Viren in Europa und Nordamerika angewendet werden. Weltweit sind zurzeit rund 40 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert, etwa zwei Drittel davon in Afrika und Südostasien. Allein im vergangenen Jahr infizierten sich rund fünf Millionen Menschen.

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