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Süssmuth fordert mehr Aufklärung über Aids in Deutschland - SPD-Expertin Kortmann: Aids und Armut bilden Teufelskreis

Agence France-Presse - Dezember 1, 2003


München/Berlin, 1. Dezember (AFP) - Die Vorsitzende des Kuratoriums der Deutschen Aids Stiftung, Rita Süssmuth (CDU), hat mehr Aufklärung über die Immunschwächekrankheit in Deutschland gefordert. Der Anstieg der Zahl der Aidsinfektionen in Deutschland sei auf verringerte Informationsarbeit zurückzuführen, sagte Süssmuth zum Welt-Aids-Tag am Montag dem Bayerischen Rundfunk. Gerade junge Menschen stünden der Krankheit gleichgültiger gegenüber. Nicht selten werde die Gefahr von Aids falsch eingeschätzt. "Wir haben Medikamente, die erheblich die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, wir haben aber keine Therapien, die Aids heilen", betonte Süssmuth.

Die entwicklungspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Karin Kortmann, nannte die Ausbreitung von Aids eine "menschliche und volkswirtschaftliche Katastrophe." Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) seien derzeit 42 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert beziehungsweise an Aids erkrankt. Darunter seien 3,2 Millionen Kinder. Kortmann wies darauf hin, dass die Immunschwächekrankheit zusammen mit Armut einen tödlichen Teufelskreis bilde. "Arme Menschen werden zu Prostitution oder Wanderarbeit getrieben - der Virus verbreitet sich weiter", erklärte die SPD-Expertin. Um diesen Kreis zu durchbrechen, müssten der Aufbau eines funktionierenden Gesundheitswesens unterstützt und Bildungsdefizite abgebaut werden.

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