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UNO/Gesundheit/Krankheiten/Aids/ZF: UNO startet Kampagne zur Behandlung Aids-Kranker weltweit - Indien plant drastische Senkung der Arzneipreise

Agence France-Presse - November 30, 2003


Genf/Neu Delhi, 30. November (AFP) - Die UNO will in den kommenden zwei Jahren drei Millionen Aidskranke in Entwicklungsländern mit dringend benötigten Arzneien versorgen. Den Kranken solle die so genannte antiretrovirale Therapie zugänglich gemacht werden, die bislang wegen ihrer hohen Kosten für viele Patienten unerschwinglich ist, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die UN-Organisation UNAIDS am Sonntag bekannt gaben. Insgesamt sind nach Schätzung der Organisationen derzeit sechs Millionen Menschen weltweit dringend auf Medikamente angewiesen. Am Montag wird rund um den Globus der Welt-Aids-Tag begangen.

"Wir haben keine Chance, die Epidemie zu stoppen, wenn wir den Zugang zur Behandlung nicht auf spektakuläre Weise erleichtern", erklärte UNAIDS-Direktor Peter Piot. WHO-Generaldirektor Jong Wook Lee sagte: "Die Prävention und Behandlung von Aids könnte die schwerste medizinische Herausforderung sein, der die Welt jemals gegenüberstand." Der UN-Plan sieht unter anderem eine verbesserte Versorgung mit Medikamenten und Diagnosegeräten sowie die beschleunigte Weitergabe und Auswertung wissenschaftlicher Erkenntnisse vor.

Die indische Regierung gab am Sonntag Pläne für eine drastische Senkung von Arzneimittelpreisen für HIV-Infizierte bekannt. Die Regierung verhandle mit indischen Pharmakonzernen über "Tiefpreise für Medikamente", sagte Gesundheitsministerin Sushma Swaraj. Die Unternehmen hätten zugesagt, ihre Preise auf weniger als 38 Dollar-Cent (32 Euro-Cent) für die tägliche Dosis zu drücken, wenn die Regierung im Gegenzug Exporthilfe gewähre.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) warnte vor der Bedrohung der wirtschaftlichen und sozialen Stabilität durch die Immunschwächekrankheit. "Jeder einzelne Fall ist eine Tragödie", erklärte sie in Berlin. "Wenn aber - wie in einigen Regionen des südlichen Afrika - mehr als 30 Prozent der Bevölkerung mit Aids infiziert sind, gefährdet dies zudem die Entwicklungschancen ganzer Länder." Alle Regierungen in den Industrie- und Entwicklungsländern, die internationalen Finanzinstitutionen, Nichtregierungsorganisationen, aber auch gerade die Pharmaunternehmen seien gefordert.

Im Nordosten Chinas droht mehreren Dörfern eine neue Aids-Welle. In der Provinz Jilin hätten sich bis zu 300 Menschen mit dem HI-Virus infiziert, die Anfang der 90er Jahre Blut gespendet hätten, sagte ein Sprecher der in Hongkong ansässigen Menschenrechtsorganisation Informationszentrum für Menschenrechte und Demokratie am Sonntag. Ein Behördenvertreter in Soudeng bestätigte lediglich, dass "drei oder vier Dörfer" von der Immunschwächekrankheit betroffen seien. Über die Zahl der Infizierten wollte er sich nicht äußern. Nach Angaben von Dorfbewohnern starben in der Gemeinde Soudeng bislang 62 Menschen an Aids.

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