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UNO/Gesundheit/Aids: Annan nennt Aids ein Sicherheitsproblem - UN-Generalsekretär bemängelt fehlenden politischen Willen

Agence France-Presse - November 28, 2003


London, 28. November (AFP) - UN-Generalsekretär Kofi Annan hat die weltweite Ausbreitung von Aids als Problem für die Sicherheit bezeichnet. "Es ist ein Sicherheitsproblem, und das nicht nur in Afrika", sagte Annan in einem Interview mit dem britischen Sender BBC. Die Immunschwächekrankheit breite sich in Asien, Osteuropa und in der Karibik sehr schnell aus, und selbst in den USA sei Aids auf dem Vormarsch. Annan nannte die Krankheit eine "Massenvernichtungswaffe" und kritisierte den Mangel an Aufmerksamkeit für das Problem. "Ich bin ärgerlich, ich bin erschüttert, ich fühle mich hilflos und ich spüre auch, dass wir die weltweiten Ressourcen und Mittel haben, um all diesen Patienten helfen zu können", sagte Annan. "Was fehlt ist der politische Wille."

Nach einem zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember vorgelegten Bericht der Weltgesundheitsorganistion (WHO) und des Programms UNAIDS sind rund 40 Millionen Menschen mit dem Aids auslösenden HI-Virus infiziert, unter ihnen 2,5 Millionen Kinder. Dem Bericht zufolge starben in diesem Jahr drei Millionen Menschen an der Krankheit.

"Diejenigen, die glauben, Aids sei vorbei, träumen", sagte Annan. Es sei eine der schlimmsten Epidemien, die die Welt je erlebt habe. Dem UN-Generalsekretär zufolge werden weltweit jedes Jahr zehn Milliarden Dollar (8,4 Milliarden Euro) für den Kampf gegen Aids benötigt. Derzeit versuche er, drei Milliarden Dollar für jedes der kommenden fünf Jahre zusammenzubekommen. Annan forderte die EU und die USA auf, davon jeweils eine Milliarde Dollar pro Jahr beizusteuern, die übrige Milliarde müsse aus anderen Töpfen kommen. Doch auch dies sei nicht ausreichend. "Wir brauchen viel, viel mehr."

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