Madras, 27. November (AFP) - Aus Furcht vor einer Aids-Ansteckung bertragung hat eine indische Familie einen Verwandten bei lebendigem Leib begraben. Das Krankenhaus habe der Familie von Jaffer Dhari Sadiq mitgeteilt, dass es wegen seiner Aids-Erkrankung mit ihm zu Ende gehe und er nach Hause geholt werden solle, teilte ein Arzt am Donnerstag mit. Es sei viel Mühe darauf verwendet worden, die Familie davon zu überzeugen, dass sie sich nicht durch bloßes Anfassen infizieren könne. Doch die Familie sei weiter ängstlich geblieben. Statt Sadiq nach Hause zu holen, hätten sie ihn direkt zum Friedhof gefahren, wo bereits ein Loch vorbereitet gewesen sei, sagte T. Karunanidhi vom Karur-Krankenhaus südwestlich von Madras.
Der Friedhofswärter bemerkte jedoch, dass Sadiq noch lebte und holte Anwohner zu Hilfe. Daraufhin brachte die Familie den Aids-Kranken wieder ins Krankenhaus, wo er später starb. Der Tote wurde anschließend in dem Loch begraben, das seine Verwandten bereits für ihn vorbereitet hatten. Das Thema Sex wird in der indischen Öffentlichkeit nach wie vor tabuisiert - nach Ansicht von Anti-Aids-Aktivisten ist dies ein Haupthindernis beim Kampf gegen Aids in Indien. Dort gibt es 4,58 Millionen HIV-Positive. Damit steht Indien an zweiter Stelle nach Südafrika, wo fünf Millionen Menschen HIV-positiv sind.
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