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UNO/WHO/Gesundheit/Aids: Weltweit leben 40 Millionen Menschen mit Aids oder HIV - Immunschwächekrankheit bleibt weiter größtes Gesundheitsproblem

Agence France-Presse - November 25, 2003


Paris, 25. November (AFP) - Die Vereinten Nationen haben gewaltige Anstrengungen im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids gefordert, die nach wie vor das größte Gesundheitsproblem der Menschheit darstellt. Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen an Aids erkrankt oder mit dem HI-Virus infiziert, unter ihnen etwa 2,5 Millionen Kinder, wie die UN-Hilfsorganisation UNAIDS und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) am Dienstag erklärten. Allein in diesem Jahr werden rund drei Millionen Menschen an Aids gestorben sein; etwa fünf Millionen werden sich neu infiziert haben, wie es in ihrem in Paris vorgestellten Jahresbericht zu Aids hieß. Vor allem im Afrika südlich der Sahara sei die Krankheit weiter auf dem Vormarsch. Ähnliche Ausmaße könnte die Epidemie aber auch in Teilen Asiens und früheren Ostblockstaaten annehmen.

Die anstehende Entscheidung sei klar, heißt es in dem Jahresbericht: "Entweder geben wir uns mit kleinen Fortschritten hier und da zufrieden, oder wir legen unser gesamtes Gewicht, Wissen und Ressourcen in die Waagschale, um die Epidemie zu vernichten." Im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit werden nach Schätzungen der UNO im Jahr 2005 mehr als 8,5 Milliarden Euro gebraucht. Diese Summe dürfte sich im Laufe der Jahre auf knapp 13 Milliarden Euro pro Jahr steigern.

Jeden Tag infizieren sich nach UN-Angaben etwa 14.000 Menschen mit dem HI-Virus. Am stärksten betroffen ist die Region südlich der Sahara: Hier leben mehr als 26 Millionen Menschen mit dem tödlichen Virus. Das sind etwa zwei Drittel aller Aids-Infizierten. Sorge bereitet den Experten aber auch der asiatische Kontinent. In den bevölkerungsreichsten Ländern China, Indien und Indonesien bildeten Prostitution und Drogenkonsum eine tödliche Mischung, warnt die UNO. Insgesamt tragen in Asien und in den Pazifikstaaten fast 7,5 Millionen Menschen den HI-Virus in sich. Im Vergleich zum Vorjahr sank zwar die offizielle Zahl der Aids-Infizierten von 42 auf 40 Millionen; dies erklärt die UNO aber vor allem mit verfeinerten Statistiken.

Positiv bemerkt der Jahresbericht, dass in den vergangenen zwei bis drei Jahren mehr Geld nach Afrika geflossen sei, beispielsweise durch die Anti-Aids-Initiative von US-Präsident George W. Bush. Auch seien die Behandlungskosten dank günstiger Generika gesunken. Inzwischen koste die billigste Behandlung eines Kranken rund 250 Euro, Anfang 2000 hatte sie noch mehr als 10.000 Euro gekostet. Die UN-Organisationen bemängeln jedoch, dass bislang nur rund 800.000 Aids-Kranke mit einer Tritherapie behandelt werden können; 500.000 von ihnen leben in den Industrieländern. UNAIDS will bis 2005 drei Millionen Menschen den Zugang zu anti-retroviralen Medikamenten ermöglichen.

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